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Mit diesem Garten ist gut Kirschen essen

An der Schreberstraße in Meißen leben Anne Hübschmann und ihre Familie mit der Natur im Einklang. Und deshalb gibt es immer mehr zu naschen.

Anne Hübschmann in ihrer grünen Oase. Das Gewächshaus hat ihr Mann Mirko gebaut – und dabei auch alte Fenster wiederverwendet. Hier gedeihen neben Tomaten und Gurken auch Rucola und Knoblauch prächtig.
Anne Hübschmann in ihrer grünen Oase. Das Gewächshaus hat ihr Mann Mirko gebaut – und dabei auch alte Fenster wiederverwendet. Hier gedeihen neben Tomaten und Gurken auch Rucola und Knoblauch prächtig. © Claudia Hübschmann

Meißen. Den Blick auf Meißen hat sie verloren. Mit den Jahren haben Bäume die Sichtachsen vom Hang regelrecht überwuchert – nur die Domtürme und die Frauenkirche ragen heraus und sind von Anne Hübschmanns Garten aus zu sehen. Dafür fallen das kräftige Grün der Bäume und die bunte Blütenpracht von Blumenrabatten und Sträuchern ins Auge, wenn man von der Schreberstraße aus das Grundstück am Hang betritt, wo die 36-Jährige mit ihrer Familie lebt.

„Das Haus und den Garten habe ich von den Eltern übernommen“, berichtet sie. Stück für Stück hat sie das Gelände umgestaltet. Vor 14 Jahren, als die erste ihrer drei Töchter geboren wurde, pflanzte Anne Hübschmann einen Kirschbaum. Der trägt inzwischen so reichlich, dass ihre Kinder die Kirschen tütenweise mitnehmen, um andere zu versorgen. Stolz ist sie auf ihren Kräutergarten, in dem Thymian, Salbei, Rosmarin und Minze gedeihen. Natürlich findet alles Verwendung in der eigenen Küche. Die prallen Tafeltrauben an den Weinstöcken, die Stachel-, Him- und Brombeeren und bilden eine regelrechte Naschecke.

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Die Feigen sind reif. Das Bäumchen hat Anne Hübschmann in einem Baumarkt gekauft – vor drei Jahren. Stolz berichtet sie, dass die Pflanze bislang alle Winter im Freien gut überstanden hat. Aber auch Kiwi, Mirabellen, Pfirsiche und Kaki-Früchte lassen sich am Hang an der Schreberstraße in Meißen ernten.
Die Feigen sind reif. Das Bäumchen hat Anne Hübschmann in einem Baumarkt gekauft – vor drei Jahren. Stolz berichtet sie, dass die Pflanze bislang alle Winter im Freien gut überstanden hat. Aber auch Kiwi, Mirabellen, Pfirsiche und Kaki-Früchte lassen sich am Hang an der Schreberstraße in Meißen ernten. © Claudia Hübschmann
Lavendel und zahlreiche Kräuter verströmen nicht nur einen angenehmen Duft. Sie finden auch im Haushalt Verwendung. Und am Abend tragen sie zur Entspannung bei, wenn Anne Hübschmann beim Wässern die Ruhe und den Anblick ihrer Pflanzen, Blumen, Sträucher und Bäume genießt.
Lavendel und zahlreiche Kräuter verströmen nicht nur einen angenehmen Duft. Sie finden auch im Haushalt Verwendung. Und am Abend tragen sie zur Entspannung bei, wenn Anne Hübschmann beim Wässern die Ruhe und den Anblick ihrer Pflanzen, Blumen, Sträucher und Bäume genießt. © Claudia Hübschmann
Das Insektenhotel half der Familie auch über Corona-Zeiten hinweg. Gemeinsam mit ihren Töchtern hat es Anne Hübschmann im Garten aufgestellt. Die beiden größeren Mädchen konnten hier die Natur beobachten und entdecken, als sie ihre Schulen nicht besuchen konnten. Auch ein Wellness-Pfad wurde im Garten angelegt.
Das Insektenhotel half der Familie auch über Corona-Zeiten hinweg. Gemeinsam mit ihren Töchtern hat es Anne Hübschmann im Garten aufgestellt. Die beiden größeren Mädchen konnten hier die Natur beobachten und entdecken, als sie ihre Schulen nicht besuchen konnten. Auch ein Wellness-Pfad wurde im Garten angelegt. © Claudia Hübschmann
Jedes Familienmitglied hat seinen eigenen Rosen-Strauch. Die Sträucher, die in verschiedenen Farben erblühen, setzen ganz eigene Akzente in den einzelnen Bereichen des Gartens. Neben den Rosen gibt es hier auch eine wilde Blühwiese, eine Lupinen-Insel und eine Jasmintrompete, deren rote Blüten eine Sitzecke überdachen.
Jedes Familienmitglied hat seinen eigenen Rosen-Strauch. Die Sträucher, die in verschiedenen Farben erblühen, setzen ganz eigene Akzente in den einzelnen Bereichen des Gartens. Neben den Rosen gibt es hier auch eine wilde Blühwiese, eine Lupinen-Insel und eine Jasmintrompete, deren rote Blüten eine Sitzecke überdachen. © Claudia Hübschmann

„Meine Kinder sollen in einer natürlichen Umgebung aufwachsen“, sagt Anne Hübschmann, die sich gerade auf eine Ausbildung zur Ergotherapeutin vorbereitet. Einen Garten, in dem sich alles ans Lineal anpasst, will sie nicht – aber auch keinen ohne System. Deshalb sucht sie zuweilen Rat bei einem Gärtner in der Nachbarschaft, recherchiert auch mal im Internet. Was sie sät und anpflanzt, gedeiht. Natürlich bereitet es zuweilen auch Mühe: Allzu üppig sprießende Triebe müssen zurückgeschnitten werden. Und wie Blumen, Sträucher und Gräser entwickelt sich auch manches Unkraut prächtig.

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