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Gartenfeuer brennen wieder

Das Verbrennen der Abfälle sollte eigentlich vermieden werden. Trotzdem qualmt es in den nächsten Tagen oft.

Von Peggy Zill

Roßwein hat es vorgemacht, zwei Gemeinden machen es nach: die Gartenfeuer an zwei Tagen. Dabei sollte prinzipiell versucht werden, das Verbrennen zu vermeiden. Nur in begründeten Einzelfällen sei das zulässig, wie das Landratsamt erklärt. Dennoch scheint verbreitet die Meinung vorzuherrschen, dass an allen Tagen im April und Oktober das Verbrennen der Gartenabfälle erlaubt ist. Deshalb hält Roßwein auch in diesem Jahr an seiner Regelung fest, um wenigstens ein bisschen für Ordnung zu sorgen. „Aufgrund der positiven Erfahrungen der letzten Jahre wird das Verbrennen an zwei Tagen im April ermöglicht“, heißt es auf der Internetseite der Verwaltung. Morgen und am Mittwoch werden deshalb Rauchwolken über dem Stadtgebiet aufsteigen. Als Ausweichtermine bei Schlechtwetter sind der 23. und der 26. April vorgesehen. Gleichzeitgig weist die Stadt daraufhin, dass nur verbrannt werden darf, wenn eine anderweitige Entsorgung nicht möglich ist.

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Die Roßweiner Regelung hat sich nun die Gemeinde Zschaitz-Ottewig abgeschaut. Hier darf heute und am Sonnabend zwischen 8 und 18 Uhr verbrannt werden. Auch in Großweitzschen werden die Einwohner gebeten, nur an zwei Tagen die Haufen zu entzünden. Hier appelliert man allerdings nur an die Vernunft, in der Polizeiordnung ist es nicht reglementiert, weil es dafür keine gesetzliche Grundlage gibt.

Auch in Mochau dürfen die Haufen nicht immer angezündet werden. Von montags bis sonnabends kann von 8 bis 18 Uhr verbrannt werden – aber nicht länger als zwei Stunden.

Die anderen Städte und Gemeinden halten sich mit Sonderregelungen zurück und verweisen auf das Landesrecht. Pflanzenabfälle sind demnach in erster Linie zu verwerten, indem sie beispielsweise kompostiert oder untergegraben werden. In der Regel sei das auch zumutbar, sagt die Abfallbehörde. Selbst wenn nicht, bestehe noch immer die Möglichkeit, das Grünzeug abzutransportieren und auf einem Wertstoffhof abzugeben. „Denn bei der Mehrzahl der Grundstücke sind Gefahren und Belästigungen durch Verbrennungsgase und Rauch für die Allgemeinheit und die Nachbarschaft zu erwarten“, begründet die Behörde. Die Mindestabstände zu Autobahnen, Straßen oder Wäldern könnten außerdem oft nicht eingehalten werden.

Wer trotzdem Grünschnitt verbrennen will, muss sich vorher informieren, was alles zu beachten ist. Nur weil es in der Polizeiverordnung der Stadt nicht explizit geregelt wird, bedeutet es nicht, dass es ständig erlaubt ist. Neben der Sächsischen Pflanzenabfallverordnung spielen auch das Wald- und Tierschutzgesetz eine Rolle. Die Ordnungsämter der Stadt- oder Gemeindeverwaltungen dürfen keine Ausnahmegenehmigung erteilen. Zuständig ist die Untere Abfallbehörde im Landratsamt. Die Mitarbeiter sind unter Tel. 03731 7994027 erreichbar.