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Gartenstraße ab Juli gesperrt

In der Straße werden neue Leitungen verlegt. Es ist der Beginn eines Straßenbaustellen-Marathons in Pirnas Innenstadt.

© Norbert Millauer

Von Christian Eissner und Marcus herrmann

Für Anwohner und vor allem Geschäftsinhaber in der Pirnaer Innenstadt beginnt eine harte Zeit. Von jetzt an bis ins Jahr 2017 will die Stadtverwaltung rund 13 Millionen Euro in die Hochwasser-Sanierung von Straßen, Wegen und Grünanlagen investieren. Insgesamt stehen 52 Vorhaben im Investitionsplan, den das Rathaus jetzt vorstellte.

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In vielen Altstadt-Gassen wird das Pflaster erneuert. Besonders tief gegraben wird in der Dohnaischen Straße, die zwischen Oktober 2014 und Oktober 2016 abschnittsweise nicht nur neues Pflaster, sondern auch einen neuen Abwasserkanal bekommen soll. Denn im Zuge der Hochwassersanierung baut nicht nur die Stadt, sondern auch die Stadtwerke schließen sich mit Bauvorhaben an.

Als Erste trifft es ab Anfang Juli die Anlieger der Gartenstraße. Hier hatte das Hochwasser im Juni 2013 die teils 100 Jahre alten Wasserleitungen an mehreren Stellen beschädigt, aufgrund von Rohrbrüchen konnte damals die Trinkwasserversorgung zeitweise nicht sichergestellt werden. Die Stadtwerke Pirna erhalten nun Flutfördermittel, um die Leitungen zu erneuern – und wollen Anfang Juli damit beginnen. Der erste von drei geplanten Bauabschnitten wird sich von der Grohmannstraße bis zur Einmündung Lauterbachstraße ziehen und soll nach einem reichlichen Monat Bauzeit abgeschlossen sein. Die Baustelle wandert dann weiter Richtung Rosa-Luxemburg-Straße und schließlich bis zur Bahnhofstraße.

Nach insgesamt 100 Tagen, spätestens aber Anfang November, wollen die Stadtwerke Pirna fertig sein. Weil die Straße aber einmal aufgerissen ist, möchte der Versorger auch gleich eine neue Gasleitung mit verlegen.

Besonders brisant für die Geschäfte auf der Gartenstraße ist die angekündigte Vollsperrung im jeweiligen Bauabschnitt. Für Kunden wird das Abstellen des Autos ein Problem werden, da gleichzeitig ja auch noch der Kanalbau auf der Klosterstraße läuft. Die ist ebenfalls gesperrt.

Genau diese Tatsache macht Sabine Wehner von der Bäckerei Mehnert auf der Gartenstraße Angst. „Die Leute sind bequem. Und wenn sie nicht mehr mit dem Auto an die Bäckerei kommen, dann bleiben sie weg“, sagt die 53-Jährige. Die Verkäuferin erinnert an die leidvollen Erfahrungen während der Sperrung der Hauptstraße in Copitz. „Ich kenne genug Händler, die existenzbedrohende Zustände schultern mussten. Ähnliches fürchten wir jetzt auch.“ Gespannt ist sie auf die von der Stadt angekündigten neuen Parkmöglichkeiten während der Bauphase. „Da glaubt doch kein Mensch dran.“

Ein paar Meter weiter betreibt der Vietnamese Nguyen Than Son einen Obst- und Gemüseladen. Er ist erst vor wenigen Tagen aus Leipzig nach Pirna gekommen, um das Geschäft auf der Gartenstraße zu führen. Von den Bau-Plänen der Stadt ist er komplett überrascht. „Nein, davon weiß ich gar nichts. Gehen die Arbeiten mehrere Wochen, dann wäre das wirklich schlimm. Dann gehen uns massiv Einnahmen verloren“, sagt der 53-Jährige.

Trotz des ersten Schocks sieht Kathrin Richter von der benachbarten Dürrröhrsdorfer Fleischerei nicht schwarz. „Schlimmer als bei der Flut kann es ja kaum werden. Wenigstens sollen die Fußwege frei bleiben, also warten wir mal ab, wie das Geschäft laufen wird.“ Stadtwerke-Geschäftsführer Olaf Schwarze weiß um die Sorgen der Händler, bittet aber um Verständnis für die Unannehmlichkeiten. „Wir bemühen uns, die Zeit der Vollsperrung so kurz wie möglich zu halten.“ Um eine Sanierung der maroden Wasserleitung komme man aber nicht herum.