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Gas geben, Alter

Bei der Rallye Elbflorenz dreht sich alles um Oldtimer und eine Ausfahrt. Doch auch das Rennfieber gehört dazu.

© Christian Juppe

Von Nadine Franke

Als die Altstadt am Sonnabend morgens noch im Nebel lag, versammelten sich bereits Oldtimerfreunde am Terrassenufer. Die ersten Zuschauer machten bereits Fotos. Eine Frau entdeckte das erste Auto, das ihre Eltern hatten. Ein Herr nahm hinter dem Lenkrad eines Oldtimers Platz, den er sich extra für die 5. SZ-Rallye Elbflorenz gekauft hatte.

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Mathieu Friedemann (l.) und Bernd Budi schauen vor der Rallye noch mal in den Motorraum des Ford V8.
Mathieu Friedemann (l.) und Bernd Budi schauen vor der Rallye noch mal in den Motorraum des Ford V8. © Christian Juppe
Carmen Budi (r.) bringt noch die Startnummer an dem DKW Junior an, mit dem sie und Theresia Donath unterwegs sind.
Carmen Budi (r.) bringt noch die Startnummer an dem DKW Junior an, mit dem sie und Theresia Donath unterwegs sind. © Christian Juppe

Die 159 Oldtimer standen in Reih und Glied an der Elbe, bis pünktlich 8.30 Uhr die Rallye startete. Mit dabei waren auch Theresia Donath und Carmen Budi. Eines der wenigen Frauenteams. Sie nahmen in ihrem DKW Junior, Baujahr 1962, teil. Ihre Männer Matthieu Friedemann und Bernd Budi waren in einem Ford V8 aus dem Jahr 1935 unterwegs.

„Es war eine sehr schöne Strecke“, sagte Carmen Budi. Die anderen drei stimmten ihr zu, als sie sich am Abend wieder an der Elbe trafen. Doch Hoffnung auf eine Platzierung machten sie sich am Ende nicht mehr. „Es ging einfach alles schief“, lachte Matthieu Friedemann, der schon mehrmals an der Rallye teilnahm. „Wir starten jedes Mal ambitioniert – und sind nach der ersten Prüfung wieder geerdet.“

Denn ein eingespieltes Team ist bei der Rallye nicht alles. Die Vier aus der Görlitzer Region hatten bereits die Erfahrung gemacht, dass manchmal auch viel Glück dazugehört. Trotzdem müssen sich Fahrer und Beifahrer ergänzen, denn die Strecke können sie nur anhand eines Roadbooks meistern. Darin befanden sich nicht nur Streckenvorgaben, sondern auch die Aufgaben, die es zu erfüllen galt. „Manche sind geheim, manche schwierig und manche etwas gefährlich“, fasste Theresia Donath zusammen. Die Steilkurve am Lausitzring war beiden Teams nicht geheuer. Die Männer kamen sogar von der Straße ab.

Die Rallyestrecke zog sich über 250 Kilometer durch Ostsachsen – Dresden, Thiendorf, Lausitzring, Bautzen, Rammenau und zurück. 18 Wegpunkte gab es, an denen ein Stempel geholt werden musste. An jedem erwarteten die Fahrer Zuschauer, die bereitstanden und die alten Wagen bewunderten. Es war für jeden Geschmack etwas dabei: Wartburg, Porsche, Trabi, Ferrari, Ford Mustang. Das älteste Auto war ein Ford A aus dem Jahr 1928.

„Es war sensationell. Unsere Hotelgäste waren begeistert“, sagt Petra Schuhmann, Hoteleigentümerin in Kirschau-Schirgiswalde. Auch den Fahrern hat die Strecke gutgefallen. „Wir kamen an Orte, wo man bisher noch nicht war“, sagt Bernd Budi. So gefiel den Vieren auch der kurze Stopp am Bischof-Benno-Haus in Schmochtitz, obwohl es dort nicht viele Zuschauer ab.

Aber es geht eben nicht nur um die Ausfahrt. „Das Rennfieber packt einen trotzdem“, gibt Carmen Budi zu. Letztendlich erreichten die beiden Frauen den 23. Platz. Das Männerteam kam auf den 38. Platz. Aber es steht schon fest, dass sie im nächsten September wieder teilnehmen wollen. In diesem Jahr ging der Sieg aber an ein Team aus Rheinland-Pfalz. Patrick Weber und Sonja Ackermann gewannen mit ihrem BMW aus dem Jahr 1973 .