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Gasleitung muss hinter Gitter

Oberirdische Gasrohre stören am neuen Elberadweg nicht nur die Ästhetik. Sie sind auch ein Problem für die Sicherheit.

Von Ines Mallek-Klein

Gesund und Fit

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Der milde Winter macht es möglich. Die Arbeiten am Radweg zwischen Königstein und Bad Schandau gehen weiter. Der Einbau der Frostschutzschicht wurde bereits nahezu abgeschlossen, sagt Peter Welp als Sprecher des zuständigen Landesamtes für Straßenbau. Im Bereich Bad Schandau wird aktuell die Böschung mit historischem Sandsteinmaterial befestigt. Der 3 200 Meter lange Lückenschluss auf der linkselbischen Seite, der lange Zeit ersehnt worden war, beschäftigt auch die Bürger. Einer von ihnen ist Siegfried Mehnert. Er ist gern und oft in der Natur unterwegs, kennt die Region und auch ihre Schwachstellen. Häufig läuft er durch den Rietzschgrund. Den wird auch der neue Radweg durchqueren, und genau dort gibt es ein Problem, sagt Siegfried Mehnert. Das Thema hat er auch in der jüngsten Sitzung des Bad Schandauer Stadtrates angesprochen.

In den 1970er-Jahren wurde an dieser Stelle die Hochdruck-Gasleitung von Pirna nach Sebnitz angezapft. Grund war der Bau eines Ferienheims für Funktionäre in Gohrisch, das noch heute als Albrechtshof betrieben wird. Die Gäste des Ministerrates sollten es schön warm haben, und dafür wurde Gas benötigt, das durch neue Rohre auf den Berg gepumpt wurde. „Die liegen aber überirdisch und queren noch dazu den Bahndamm“, sagt Siegfried Mehnert. Bisher war das kein Problem. An der Stelle führte ein kleiner Trampelpfad vorbei, den allenfalls ortskundige Einheimische benutzt haben. Wenn der Radweg fertig ist, wird sich die Besucherfrequenz aber deutlich erhöhen, sagt Siegfried Mehnert.

Er blieb nicht untätig und hat sich mit seinen Sorgen auch an den Versorger Enso gewandt. Die ist zuständig für den Streckenabschnitt und kennt das Problem, wie Sprecherin Claudia Kuba versichert. Das Gasrohr wird gemeinsam mit zwei Stromkabeln überirdisch durch einen Durchlass geführt. Obwohl vor vierzig Jahren gebaut, ist diese Bauweise auch heute noch Stand der Technik, sagt die Enso-Sprecherin. Anders sei es nicht möglich, den Bahndamm zu queren. Die Rohre seien in einem sehr guten Zustand. Normalerweise werden die Leitungen zweimal im Jahr kontrolliert, sagt Claudia Kuba. Solche oberirdischen Stellen wie im Rietzschgrund überprüfen die Experten des Versorgers aber sogar dreimal jährlich und entfernen dabei auch Laub und Dreck von den Anlagen. Im Frühjahr wird die Enso mit einem Bautrupp anrücken. Gasrohr und Stromleitung kommen zwar nicht unter die Erde, dafür aber hinter Gitter. Es ist geplant, Palisaden aufzustellen. Zudem soll die Isolierung um die 20 Zentimeter dicken Rohre erneuert werden. Sie verlaufen längs der Radwegtrasse, werden also von Radfahrern und Wanderern nicht gequert.

Die Bauarbeiten an dem Radweg haben bereits im Juli 2014 begonnen. Die gesamte Strecke ist 3 200 Meter lang. Ihr Bau kostet mindestens 912 000 Euro, die aus dem Bundeshaushalt bezahlt werden. Kompliziert macht den Bau eine rund 800 Meter lange Engstelle auf Höhe des Prossener Hafens. Hier ist kein Platz, um einen Weg anzulegen. Deshalb wird hier ein Stück Radweg auf Stelzen entstehen. Pläne, den linkselbischen Radweg zu bauen, gibt es schon seit mehr als zehn Jahren. Dass die 2,50 Meter breite Trasse durch ein Flora-Fauna-Schutzgebiet verläuft, machte ihre Planung nicht einfacher. Noch in diesem Jahr sollen die ersten Radler über die Strecke rollen. Mit dabei wird auch Siegfried Mehnert sein. Er will sich dann davon überzeugen, dass die Gasleitung tatsächlich hinter Gitter gekommen ist.

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