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Glashütter Restaurant öffnet wieder

Das Café am Uhrenmuseum hat neue Betreiber. Die wollen erst mal klein starten und setzen dabei auf die Einheimischen.

Mirko und Sarah Heyne eröffnen im Juli ihr SMAC Café und Restaurant am Museumsvorplatz in Glashütte.
Mirko und Sarah Heyne eröffnen im Juli ihr SMAC Café und Restaurant am Museumsvorplatz in Glashütte. © Andreas Weihs

Damit hat wohl niemand gerechnet: In der Nähe des Glashütter Uhrenmuseums öffnet an diesem Freitag ein neues Gasthaus. Betreiber sind Mirko und Sarah Heyne. Beide sind beim Uhrenhersteller Nomos Glashütte tätig. Und beide lieben Herausforderungen, Geselligkeit und gutes Essen. Deshalb haben sie das ehemaligen und seit Monaten leerstehende Ladencafé Schieferei übernommen.

Den Gedanken, auch in der Gastronomie tätig zu werden, habe man schon länger gehabt, sagt Mirko Heyne. Die Eltern seiner Frau seien beide in der Gastronomie tätig gewesen. Er sei jemand, der gern mit Zahlen arbeitet und kalkuliere. Einzig die Kinder hinderten sie daran, den Plan eher anzupacken. Nun sind die Mädels 11 und 16 Jahre alt und damit aus dem "Gröbsten" raus. Und dann bot sich die Möglichkeit, ein fertig eingerichtetes Gasthaus zu übernehmen, sagt der Schlottwitzer. Denn der vorherige Betreiber musste schon nach kurzer Zeit aufgeben. Sein Konzept ging nicht auf. Mirko Heyne bedauert das. "Wir waren hier auch gern essen". Diese Besuche waren - im Nachhinein betrachtet - ganz hilfreich, denn er habe nebenbei etwas gelernt. 

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Zielgruppe: Einheimische und Museumsbesucher

Er sei niemand, der "mit dem großen Hammer beginnt", meint Heyne mit einem Augenzwinkern. Damit spielt er auf seinen Vorgänger an, der mit langen Öffnungszeiten begann. Die Heynes setzen auf das Gegenkonzept, fangen erstmal klein an und wollen dann entscheiden, ob sie die Öffnungszeiten erweitern. Zunächst öffnet das Gasthaus freitags von 14 bis 21 Uhr und am Sonnabend von 11.30 bis 22 Uhr. "Unsere Zielgruppe sind die Einheimischen und die Uhrenmuseumsbesucher", sagt Heyne.

Mittelfristig möchte er auch von Dienstag bis Donnerstag öffnen. Wann das sein wird, hängt von der Entwicklung der Uhrenindustrie ab. Gegenwärtig sind viele Mitarbeiter in Kurzarbeit oder im Homeoffice, es gibt kaum Besuche von Fachjournalisten und Uhrenhändlern, die die Heynes auch gern als Gäste begrüßen würden.

"Sicher werden wir später auch Tagesgerichte anbieten", sagt er. Das könnte für die Mitarbeiter der Uhrenfirmen interessant werden. Doch als jemand, der seit vielen Jahren in Glashütte arbeitet, weiß er, dass es auch andere Anbieter gibt, Fleischer, Bäcker und Imbissküchen. Sein Vorteil: der Standort des Gasthauses, das zugleich auch das Elternhaus seiner Frau ist. Der sei ideal, findet er. Das Uhrenmuseum in Sichtweite und genug Platz vor dem Haus, um einen Biergarten zu betreiben.

Das Gastronomiekonzept seines Gasthauses beschreibt Heyne mit drei Worten: frische deutsche Hausmannskost. Die Preise für die Hauptmahlzeiten bewegen sich zwischen zehn und knapp 18 Euro. 

Sarahs Mutter Ramona Dietz hilft bei den letzten Vorbereitungen für die Eröffnung des Cafés.
Sarahs Mutter Ramona Dietz hilft bei den letzten Vorbereitungen für die Eröffnung des Cafés. © Andreas Weihs

Übernommen haben die Heynes das Lokal Anfang des Jahres. Inzwischen haben sie rund 80.000 Euro investiert. Eigentlich wollten sie das Gasthaus schon im Mai eröffnen. Doch die Coronakrise hat ihnen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Komplizierter als gedacht war es auch, Personal zu finden. "Wir haben auch die Agentur für Arbeit gebeten, uns zu helfen." Doch von dort wurde niemand geschickt. Deshalb hat sich der Eröffnungstermin nach hinten verschoben. Nun startet das Gasthaus an diesem Freitag mit vier Teilzeit- und Pauschalkräften - zwei waren schon beim Vorgänger tätig.

Mirko Heyne (44), der von Haus aus Uhrmacher ist und bei Nomos die Forschungs- und Entwicklungsabteilung leitet, kümmert sich um die Organisation und Buchführung, seine Frau, 38 Jahre alt, ebenfalls Uhrmacherin und in der Uhrenmontage tätig, wird ab und zu mal beim Bedienen helfen. "Das ist etwas, was Spaß macht", sagt Mirko Heyne. "Das stimmt", ergänzt sie mit einem Lächeln.

Name soll junge Leute ansprechen

Bleibt  noch zu klären, warum die Heyes ihr Lokal "SMAC's Restaurant und Café" genannt haben. Diesen würden viele eher mit dem Dresdner Szeneviertel Neustadt als der Kleinstadt Glashütte verbinden. "Hier in Glashütte hat alles einen Bezug zu Uhren", sagt Sarah Heyne. Diesem Trend wollten sich die beiden trotz ihres beruflichen Hintergrunds ganz bewusst entziehen. Deshalb entschieden sie sich für das Kunstwort. Und das hat einen konkreten Bezug zur Familie. SMAC sind die Anfangsbuchstaben aller vier Familienmitglieder. Mirko Heyne findet ihn passend. "Klingt gut und spricht hoffentlich auch junge Leute an, die wir hier in Glashütte auch brauchen."

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Die Glashütter dürften sich über die Wiedereröffnung freuen. Nachdem in den letzten Jahren mehrere Gaststätten schließen mussten, starteten in diesem Jahr gleich zwei neue Gasthäuser. Das eine ist das SMAC, das andere das Bretthäus'l im Prießnitztal. Kurios: Auch dort steht Nomos dahinter, der Investor ist der Eigentümer der Firma, der Betreiber - Dirk Hahmann - ist ein bisheriger Mitarbeiter.

Kontakt/Reservierung: "SMAC's Restaurant und Café": Telefon 0160 7476091

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