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Gasthof soll nicht zum Schandfleck verkommen

Das markante Gebäude in Lichtensee ist baufällig. Doch die Gemeinde ist sich noch uneins, wie viel Geld sie in das ehemalige Lokal stecken will.

Von Eric Weser

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Preiswert kaschieren oder teuer sanieren – vor dieser Entscheidung dürfte die Gemeinde Wülknitz beim Gasthof in Lichtensee stehen. Das jedenfalls zeichnete sich beim ersten Treffen der Gemeinderäte nach Jahresbeginn ab. Im Technischen Ausschuss wurden am Montag erstmals konkrete Zahlen für mögliche Verschönerungsarbeiten an dem kommunalen Gebäude diskutiert.

Es war noch der alte Gemeinderat, der nach einer Begehung im Vorjahr angeregt hatte, Kosten für Sanierungsarbeiten an der Fassade schätzen zu lassen. Einig war man sich schon damals, dass das markante Gebäude nicht verfallen soll – einen Schandfleck in der Ortsmitte wollten die Gemeindevertreter vermeiden. Ein Konsens, den auch der neue Gemeinderat mit trägt. Allerdings muss der jetzt entscheiden, welche Arbeiten letztlich durchgeführt werden. Und damit auch, wie viel der Gemeinde der Erhalt des früheren Lokals letztlich wert ist. In dieser Frage aber scheiden sich die Geister.

Kosmetik oder Ursachenbeseitigung

Die einen wollen lediglich die Gebäudefront und die Giebelseiten mit frischer Farbe tünchen. Eine Sparvariante, für deren Realisierung nur eine Gerüstbau- und eine Malerfirma anrücken müssten. Im Auftrag der Kommune hat eine Planerin die Kosten dafür geschätzt. Nicht ganz 30 000 Euro würden der Architektin zufolge fällig.

Geld, das aus Sicht einiger Gemeinderäte schlecht angelegt wäre. Sie befürchten, dass eine solch notdürftige Erneuerung der Fassade ihren Zweck verfehlt und das Gebäudeäußere binnen kurzer Zeit erneut sanierungsbedürftig wird. Denn die Ursachen für den derzeitigen Zustand der Gebäudehülle werden bei der Sparvariante nicht angetastet.

Das gab auch Planerin Kerstin Grahl zu bedenken. Vor allem Feuchtigkeit sorge dafür, dass sich der Fassadenzustand weiter verschlechtere. Ohne weiteres sei vom Fußweg aus erkennbar, dass die Nässe vom Dach herkomme. Aber wo der Regen genau eindringt und wie groß mögliche Schäden am Gebäude sind, das müsse mit Fachleuten vom Gerüst aus begutachtet werden, so die Planerin. Das Problem: Sollte sich dabei herausstellen, dass es gravierenden Reparaturbedarf gibt, könnten die Baukosten in die Höhe schnellen. Wie hoch genau, sei derzeit nicht abzuschätzen.

Das behagte einigen Gemeinderäten nicht. Sie sprachen sich auch dagegen aus, für die Voruntersuchung ein Gerüst aufzustellen. Schließlich wurde vereinbart, dass ein Dachdeckerbetrieb aus Wülknitz und die Architektin sich demnächst per Hebebühne einen Eindruck vom Dachzustand verschaffen. Ausgehend von diesen Erkenntnissen sollen weitere Schritte abgestimmt werden.

Weil schon jetzt absehbar ist, dass die im Haushalt vorgesehenen Gelder für die Gasthof-Sanierung nicht reichen, soll der Finanzrahmen aufgestockt werden: Von derzeit 20 000 Euro im Haushalt auf demnächst 50 000 Euro. Druck gebe es bei der ganzen Sache nicht, so Bürgermeister Hannes Clauß. Im Frühjahr wird sich der Gemeinderat wahrscheinlich erneut mit dem Gasthof Lichtensee befassen.

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