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Gasthof wegen Baustelle in Nöten

Den Bau der Pappendorfer Straße haben die Anwohner herbeigesehnt. Nun bangt der Gastronom um seine Existenz.

Von Andy Scharf

Lutz Lantzsch steht in weißen Schlappen, blauen Jeans und Holzfällerhemd vor seinem Gasthof. Das Geschäft laufe seit einigen Wochen schlechter. „Die Straßensperrung macht sich bemerkbar. Es kommen etwa ein Viertel weniger Kunden“, sagt der Wirt des „Hirschbachtals“ in Pappendorf. Durch den Ausbau der Ortsdurchfahrt sind härtere Zeiten für den Gastronom angebrochen. Denn der Durchgangsverkehr fehle vor allem in der Gaststätte, betont Lantzsch. Die Bäckerei-Kunden hielten ihm hingegen bislang die Treue.

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Erste Konsequenzen hat er bereits gezogen. Von Montag bis Freitag ist die Gaststätte nur noch nach Vereinbarung geöffnet.

Brückenbau spitzt Lage zu

Und ab April könnte es noch schlimmer kommen. Dann soll die Brücke über den Dorfbach weggerissen werden – Autos können nicht mehr bis vor den Gasthof fahren. Dies kündigt Lutz Kleen, Polier der zuständigen Baufirma, an. „Ich bin gespannt, wie sich das aufs Geschäft auswirkt. Es ist eine schwere Zeit“, sagt Lantzsch. Laut Polier Kleen von der Baufirma können zumindest Fußgänger weiterhin den Brückenbereich passieren.

Bauänderung sorgt für Kritik

Der Wirt des Hirschbachtals hofft, dass die Bauarbeiten ohne Verzug und Leerlauf weitergehen. Auch weil es für Lantzsch schon einen Rückschlag gegeben hatte: Die Arbeiten waren statt Richtung Kreuzung Kirche/“Brauschänke“ in entgegengesetzter Richtung nach Kaltofen gestartet worden. Doch die Sperrscheiben stehen weiterhin an beiden Enden. Die Firma hätte Lantzsch zufolge wie zunächst geplant den Abschnitt zwischen Hirschbachtal und Kirchen-Kreuzung in Angriff nehmen sollen. „Dann wären Autofahrer aus Richtung Hainichen und Kaltofen weiterhin an unsere Gaststätte herangekommen“, schildert Lantzsch. Laut Bauleiter Dirk Rümmler hätte dies an den Einschränkungen aber nichts geändert, da die Arbeiten parallel auch schon am Berg begonnen hätten. Grund für die Planänderung seien die milden Temperaturen gewesen, die Kanalbauarbeiten ermöglichen.

Die Bauarbeiten an der Ortsdurchfahrt hatten vor drei Wochen begonnen. Bislang wurden Bäume gefällt, Leitungsmasten versetzt, der Asphalt auf einer Länge von etwa 300 Metern abgefräst und Hänge abgetragen. Dies ist nötig, da die Straße stellenweise verbreitert und ein Gehweg gebaut wird. Laut Polier Kleen soll nach Abschluss des Kanalbaus im Bereich des ehemaligen Gemeindehauses eine Stützmauer gebaut werden.

Die Bauarbeiten dauern voraussichtlich bis August 2015. Viele Pappendorfer sind froh, dass die marode Trasse endlich saniert wird. So auch Fritz Naumann. Der 67-Jährige kann zwar mit seinem Auto teils nicht mehr an sein Grundstück heranfahren. „Doch das lässt sich aushalten. Der Straßenbau ist wichtig“, sagt der Rentner. (FP)