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Gasthofchef organisiert Hilfe für die Philippinen

Auf das Feuerwerk zu Silvester wurde verzichtet. Das Geld floss in etwas, was woanders dringender gebraucht wird.

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Das vom Gasthof Bärenfels geplante Feuerwerk zum Jahreswechsel zündete diesmal mit etwas Verspätung. Und statt bunter Sterne am Himmel leuchteten Kinderaugen. Die Inhaber vom Naturhotel, Julia und Jan Kempe, hatten sich angesichts der Naturkatastrophe auf den Philippinen im November vergangenen Jahres entschlossen, diesmal kein Geld für Böller auszugeben, auf das klassische Feuerwerk zum Jahreswechsel zu verzichten und das Geld lieber Menschen zu geben, die in Not geraten sind. Ihre Gäste baten sie zugleich, die Aktion zu unterstützen und Lose der Jahresend-Tombola zu kaufen. „Die Resonanz war toll“, ist Jan Kempe noch immer begeistert. Rund 240 Euro kamen durch den Losverkauf zusammen. Diese Summe konnte mehr als verdoppelt werden, weil die Hotelbesitzer ihren finanziellen Anteil fürs geplante Feuerwerk noch draufpackten. So füllte sich der Spendentopf auf insgesamt 500 Euro. Doch damit nicht genug.

Kempes konnten für ihre Idee auch noch den Tauchclub Abyss in Meißen und einige seiner Mitglieder gewinnen. Sie stockten die Spende auf 1 250 Euro auf. Nun galt es, das Geld dorthin zu bringen, wo es am dringendsten gebraucht wird.

Die Philippinen waren von einer schweren Naturkatastrophe heimgesucht worden. Ein Taifun war übers Land gefegt und hatte eine Sturmflut ausgelöst. Über 5 000 Menschen kamen ums Leben, fast zwei Millionen Philippinos verloren ihr Zuhause. Das hatte Kempes und ihre Unterstützer sehr berührt. Deshalb stand für sie außer Frage, dass sie mit dem gesammelten Geld den Menschen auf den Philippinen helfen wollten. Aber wie? „Über Spendenvereine zu gehen, war uns zu unsicher“, sagt Jan Kempe. Also machten sich einige Freunde auf den weiten Weg. Aber vor Ort hatten sie Zweifel, dass das Geld an der richtigen Stelle ankommt. Dann bekamen sie den Tipp von der Reiseleitung, Bekleidung, Regencapes und Schirme für 120 Kinder einer Schule zu kaufen. Diese Sachspenden konnten dann direkt übergeben werden. „Die Begeisterung in den Kinderaugen, die Dankbarkeit und Herzlichkeit, mit der unsere Freunde begrüßt worden sind, war sehr rührend. Leider konnten wir nicht persönlich dabei sein“, berichtet Jan Kempe. „Wir sind sehr dankbar, dass es uns hier gut geht und man mit einem kleinen Ruck so eine Welle der Begeisterung und Hilfsbereitschaft um die halbe Welt schicken kann. Ein großer Dank an alle, die uns unterstützt haben.“ (SZ/ks)