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Gastronomin fühlt sich von Verein über den Tisch gezogen

Obwohl sie schon für Freisitze eine Jahresgebühr bezahlt hatte, wurde sie erneut zur Kasse gebeten.

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Gastronomen und Gewerbetreibende fühlen sich vom Gewerbeverein Meißen über den Tisch gezogen. Der Grund: Obwohl sie schon eine Jahresgebühr für das Aufstellen von Tischen und Stühlen im Freien bezahlt haben, wurden sie vom Verein dafür erneut zur Kasse gebeten.

So hatte die Restaurantinhaberin Anne Hübschmann trotz hoher Gebühren für die Außensitzplätze ihres Restaurants „Terra Artistica“ auf dem Kleinmarkt in Meißen Probleme mit dem Gewerbeverein. Die für Tische und Stühle bezahlte Fläche konnte nicht vollständig genutzt werden.

Extra Stuhlgeld

Damit Gastronomen Tische und Stühle vor ihren Restaurants aufstellen können, benötigen sie eine Erlaubnis der Stadt Meißen und müssen Sondernutzungsgebühren bezahlen. Der Gewerbeverein Meißen verlangt jedoch zu Stadtfesten zusätzliche Gebühren für die Freisitze der Gastronomiebetriebe innerhalb des Festgeländes. „Mit dem Geld wird die Werbung für das Fest finanziert“, erklärt Bernd Kaden vom Gewerbeverein.

Anne Hübschmann bezahlt jährlich 465 Euro an die Stadt Meißen, damit sie von April bis September Stühle und Tische auf der Terrasse vor ihrem Lokal aufstellen darf.

Damit ihre Gäste auch während des Töpfermarktes das schöne Wetter genießen können, bezahlte sie zusätzlich 181 Euro an den Gewerbeverein. Das entspricht fast 40 Prozent der Jahresgebühr. „Hätten wir nicht gezahlt, hätten wir die Stühle und Tische auf unserer Terrasse räumen müssen, und die Fläche wäre vom Verein anderweitig genutzt worden, obwohl wir ja schon die Jahresgebühr bezahlt haben.“

„Das ist eine Frechheit“

Dennoch sollte kurz vor dem Fest ein Kinderkarussell auf dem von ihre bezahlten Areal aufgebaut werden. Frau Hübschmann beschwerte sich beim Gewerbeverein. Daraufhin wurde das Karussell auf der Fläche neben dem Restaurant errichtet. Aufgrund von Platzproblemen stand es jedoch sehr nah an den Tischen. Um die Gäste nicht zu stören und zu gefährden, mussten einige davon abgebaut werden.

„Es ist eine Frechheit, dass wir so viel Geld bezahlen müssen und trotz allem noch Ärger haben und unsere Gäste gestört werden“, sagt die Gastronomin. Sophia Schmidt