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Gaststätten-Saal wurde für den Sport zu klein

Eine Serie widmet sich den Sportstätten in der Stadt Görlitz einst und jetzt. Heute: das Schweizerhaus in Weinhübel

Von Rainer Menzel

Im Lauf der Jahrzehnte beherbergte das auf den ersten Blick unscheinbare Schweizerhaus den Hohenzollernsaal mit Gartenrestaurant, ein Postamt und eine Konsum-Verkaufsstelle. Und bis 1972 diente der große Saal des Hauses auch als Turnhalle der 8. Polytechnischen Oberschule.

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Durch den Nestor der Weinhübler Handballfamilie, den einstigen Bürgermeister des Dorfes Leschwitz, Franz Künzer, erfolgte der Bau eines Sportplatzes neben der Gaststätte Schweizerhaus. Heute liegt diese Stelle neben dem Deutsch-Ossig- Ring. Der Sportplatz entstand 1932 als Ersatzbau für die durch Brandstiftung verlorene Sportstätte am „Reichshof“. Der Bau diente in erster Linie als Heimstätte der einst sehr erfolgreichen Leschwitzer Handballer. lm Hohenzollernsaal des Schweizerhauses wurde dann zwar trainiert, aber die kleine Tanzfläche (15 x 8 m) war für Handballspiele ungeeignet, zumal noch Holzsäulen zu beiden Seiten die Fläche begrenzten. Auch der Turnunterricht der Schulen (zuerst 8. Grundschule) war nicht ideal. Bis zu 74 Schüler teilten sich in einer Sportstunde den alten Saal, der Unterricht lief bis 20 Uhr, um alle Schüler unterzubekommen. Da der Stadtteil Weinhübel durch die Neubebauung rasch mit jungen Familien anwuchs, entschloss sich die Stadtverwaltung zum ersten Schulneubau 1962 in Görlitz am Weinberg, der 16. POS. Bis 1 200 Schüler besuchten diese Schule. Zehn Jahre später erfüllte sich auch der Wunsch der Schüler und vieler Sportler nach Fertigstellung der Turnhalle, die endlich auch für Hallenhandballpunktspiele (30 x 5 m) zugelassen wurde. 1976 errichteten die Schüler der 9. Klassen unter fachmännischer Anleitung eines Baubetriebes die Kleinsportanlage mit einer 100-m-Bahn, Handballfeldern sowie Weitsprunggruben und Wurfanlagen. Mitte der 70er Jahre wurde der Schul- und Sportstättenbau mit der Errichtung der 17. POS an der Landheimstraße mit einer Turnhalle und einer Kleinstsportanlage abgeschlossen.

Das inzwischen baufällig gewordene Schweizerhaus an der damaligen Endstation der Straßenbahn auf der Zittauer Straße wurde 1972/73 abgerissen. Im Neubaugebiet entstanden an dieser Stelle eine Kaufhalle und später eine Ambulanz mit Arztpraxen und Einrichtungen für Physiotherapie. Auch das alte Handballfeld wurde in das Baugeschehen eingeschlossen und ist heute nicht mehr zu finden.