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Gaudi mit der Sackkarre

Schon seit Beginn der neunziger Jahre organisiert der Kulturverein Ohorn in enger Zusammenarbeit mit anderen Vereinen des Ortes, Sponsoren und vielen emsigen Helfern ein jährliches Dorffest. Diesmal erhielt...

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Von Heiko Schreiber

Schon seit Beginn der neunziger Jahre organisiert der Kulturverein Ohorn in enger Zusammenarbeit mit anderen Vereinen des Ortes, Sponsoren und vielen emsigen Helfern ein jährliches Dorffest. Diesmal erhielt der neunköpfige Verein unter Leitung seines Vorsitzenden Bernd Kluwe sehr tatkräftige Unterstützung von vielen fleißigen Händen des örtlichen Kegelsportvereins und der freiwilligen Feuerwehr.

Neben allerhand Schaustellern und Verkaufsständen auf dem Turnsportplatz des Ortes, gibt es jedes Jahr auch einige erwähnenswerte, kulturelle Höhepunkte. So fand bereits am Donnerstagabend ein zünftiger Heimatabend in der traditionsreichen Mittelschänke statt (siehe unten).

Ottersberger

feiern mit

Nach dem Skatturnier und Festeröffnung mit Bieranstich am Freitagabend folgte der eigentliche festliche Empfang der Gäste aus der Partnergemeinde Ottersberg am Samstagvormittag im Heimatmuseum des Ortes. Das Ohorner Gemeindeoberhaupt Frank Jäger begrüßte dabei den stellvertretenden Bürgermeister aus Ottersberg, Siegfried Hinz auf das Herzlichste. Beide lobten die kontinuierlichen Entwicklung ihrer beiden Heimatgemeinden und die herzliche Freundschaft, die beide Orte seit nunmehr 13 Jahren verbindet. Dies sei ein positives Beispiel des sich vollziehendem inneren Zusammenwachsens erlebbarer deutscher Gegenwart, wo jeder seine Biografie und Lebensleistungen der letzten vierzig Jahre mit einbringen sollte. So wie der Ohorner Peter Geißler mit seiner einzigartigen Ausstellung von 104 gesammelten und selbst wiederaufgebauten Röhrenradios der Jahre zwischen 1946 bis 1968 im Obergeschoss der alten Ohorner Schule.

An diesem Tag hatte auch die Museumsleiterin Elke Fleischhauer viele Erläuterungen rund um die gesammelten Exponate gelebter Heimat- und Naturgeschichte zu geben. Am Samstagnachmittag fand auf dem Waldsportplatz auch ein Handballspiel zwischen der „TSV 1865 Ohorn“ und einer Gästemannschaft aus Ottersberg statt, welches die Ohorner Sportler mit 30:28 zu ihren Gunsten entschieden.

Am Nachmittag wurde unter Beisein des Ottersberger Bürgermeisters Gerhard Behrens am Dorfplatz nahe der Mittelschänke eine Eiche gepflanzt. Die deutsche Eiche steht als Symbol für Gemeinwesen und aufstrebende Entwicklung was besonders für viele Gemeinden unserer Heimat so außerordentlich wünschenswert wäre.

Ein kultureller Knüller der besonderen Art war auch der nachmittägliche Auftritt des von Funk- und Fernsehen bekannten Duos Claudia und Carmen mit einem bunten Mix aus Artistik, Gesang und Unterhaltung. Erwähnenswert ist ebenso das Platzkonzert des Spielmannszuges Pulsnitz und der gelungene Auftritt der Tanzgruppe dieses Musikvereins.

Auf ein Gaudi der ganz besonderen Art hatten viele Schaulustige am Sonntagnachmittag schon sehnsüchtig gewartet: das siebente Ohorner Sackkarrenrennen. Dazu mussten jeweils vier Läufer mit einer normalen Sackkarre, auf der zwei mittelschwere Medizinbälle geparkt waren, eine zirka 500 Meter lange Runde absolvieren. Der erste und dritte Starter jeder Mannschaft hatte auf der Strecke dann noch mittels kleiner Tennisbälle ein Büchsenzielwerfen zu bestreiten. In dem im K.-o.-System ausgetragenen lustigen Rennen passierte es schon mal, dass die Medizinbälle von der Sackkarre rollten. Die zahlreichen Zuschauer hatten jedenfalls ihren Spaß, nicht nur wegen solch origineller Namen wie „Olsenbande“ oder „Koma-Kommando“, unter den sechs beteiligten Teams.

Schleißberg-Team

hat die Nase vorn

Im abschließenden Finalrennen ging dann das Team Schleißberg als Sieger vor den Zweitplatzierten, der ersten Handballmannschaft der TSV 1865 Ohorn, hervor. Im so genannten „kleinen Finale“ hatte die Koma-Mannschaft den lauffreudigen Jugendlichen der Prellsportgruppe der Turnersektion eine Nasenlänge voraus war. Das Sieger-Team Ralph Körner, Lutz Kunze, Nico Gottläuber und Mirko Schäfer erhielt neben je einer Flasche Wein und einem Kasten Bier auch einen Gutschein für ein Fahrwochenende mit einer noblen Karosse eines bekannten Autohauses. Den Wanderpokal konnte die Schleißbergtruppe somit bereits zum vierten Mal seit der Existenz dieses Gaudirennens gewinnen. Während die Zweitplatzierten einen Gastronomiegutschein für vier Personen in Empfang nehmen konnten, freuten sich die Jugendlichen des zweiten und dritten Platzes vor allem über ihren gewonnenen Kasten Bier.

Mit dem abendlichen Abschlusskonzert der bekannten Berliner Countryband Fairplay gingen in Ohorn jedenfalls sehr ereignisreiche Tage zu Ende. Ohorns Bürgermeister Frank Jäger sagte abschließend: „Diese Tage werden den Ohornern und ihren Gästen noch lange in guter Erinnerung bleiben“. Kulturvereins-Mitglied Dieter Schölzel äußerte: „Die Leute wollen Spaß, um vom Alltagsstress einmal abschalten zu können. Deshalb wurden Heimatabend, Handballspiel, Sackkarrenrennen und die kulturellen Highlights auch so gut angenommen.“ Zufrieden resümierte Bernd Kluwe: „Die positive Resonanz seitens der Ohorner ist der beste Lohn für die monatelangen Vorbereitungen und gleichzeitig Ansporn für künftige Feiern.“