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Geätzt wie sorbische Ostereier

In Weißwasser wird an 100 Jahre Arsallglas erinnert – ein Ausstellungstipp für April.

© Wolfgang Wittchen

Von Irmela Hennig

Weißwasser. Großer Bahnhof auf dem Bahnhof von Weißwasser. Am 16. Juni 1929 trifft König Fuad von Ägypten mit einem Sonderzug in der Stadt ein. Seine Majestät Ahmad Fuad I. Pascha (1868 bis 1936) kam von einem Besuch in Muskau. Hermann von Pückler hatte ihn eingeladen. Als Geschenk für den König gab es damals eine Tischlampe aus Arsallglas. Im Nachgang soll Fuad einige Vasen mit Jagdmotiven in Arsalltechnik bestellt haben.

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Bilder in Bautzen  „Strohmberg – Dr. Wappler zum 80. Geburtstag“ heißt eine Sonderausstellung, die bis 12. August im Museum in Bautzen zu sehen ist. Erinnert wird an den Bautzener Arzt und Künstler Dietmar Wappler, der 2010 starb. Er hatte viel experimentiert, unter anderem auf Verpackungsfolie gemalt und dann die Lichtwirkung genutzt.  www.bautzen.de
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Fotografie in Görlitz  Litauische Fotografie ist eine eigenständige visuelle Sprache, die seit den 1950er Jahren durch ihren Stil und ihre Aussagen gut zu erkennen ist. In der Görlitzer Galerie Brüderstraße sind die Arbeiten von zwei Frauen unterschiedlichen Alters aus Litauen bis 26. Mai zu sehen. Violeta Bubelyte und Julija Goyd ermöglichen den Vergleich der Stile.   www.galerie-goerlitz.de
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Stillleben in Zittau  Noch bis zum 13. Mai sind unter der Überschrift „Pleinairs und Stillleben“ Werke des Wahl-Lückendorfers Wolfram Schnebel in der Zittauer Galerie Kunstlade zu sehen. Am 22. April, 15 Uhr, führt der Künstler selbst durch die Ausstellung. Am 27. April, 18 Uhr, werden Anekdoten über Ludwig Renn und Franz Hackel erzählt.   www.oberlausitzer-kunstverein.de
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Malerei in Bischofswerda  In der Carl-Lohse-Galerie in Bischofswerda läuft noch bis zum 29. April die Sonderausstellung „Hüllen des Wirklichen“ mit Arbeiten von Libuscha B. Neuhaus. Die Künstlerin, geboren und aufgewachsen in Dresden, zeigt Malerei, Tusche-Arbeiten und Holzschnitte. Die Dauerschau in der Galerie ist wegen Bauarbeiten momentan nicht zugänglich.    www.bischofswerda.de
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Fantasie in Rammenau  Knut van der Vinzburg nutzt die Malerei als Ausdrucksmittel für seine Träume, Emotionen und Fantasien. Der Künstler, Kunstschmied, Restaurator und Metallgestalter aus Säuritz bei Panschwitz-Kuckau zeigt einige seiner Werke derzeit im Barockschloss Rammenau. Die Schau unter dem Titel „Vier-Einigkeit“ ist bis zum 12. August zu sehen.    www.barockschloss-rammenau.com
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Die Arsall-Entwicklung der Vereinigten Lausitzer Glaswerke Weißwasser erlebt da bereits ihren Niedergang. Elf Jahre zuvor, am 10. Mai 1918, war die Glaskunst als geschütztes Warenzeichen eingetragen worden. 100 Jahre ist das nun her, und das Glasmuseum Weißwasser erinnert daran mit einer großen Sonderausstellung. Sie wird am 6. April eröffnet. Und Museumsleiterin Elvira Rauch ist erstaunt und erfreut, wie viele Rückmeldungen es schon im Vorfeld gab. Die farbigen Vasen, Lampenschirme, Weingläser mit filigranem bis üppigem Dekor begeistern nämlich Sammler mindestens in ganz Deutschland. Von ihnen bekommt die Einrichtung in Weißwasser zahlreiche Leihgaben. Über 100 kann Elvira Rauch präsentieren. Darunter sind auch 14 aus dem Stadtmuseum Cottbus – unter anderem eine Vase mit einem der erwähnten ägyptischen Motive.

Letztlich sei das Aufkommen der Arsall-Kunsttechnik der Politik zu verdanken. Nach dem Ersten Weltkrieg gab es von deutscher Seite aus einen Boykott französischer Waren. Darunter fiel auch kunstvoll gestaltetes sogenanntes Überfangglas. Damals ließen sich Glasexperten aus Elsass-Lothringen in Weißwasser nieder und führten dort die Überfangtechnik ein. Glas bekam zwei Schichten an Farbe. Das Dekor wurde dann, wie bei den sorbischen Ostereiern, herausgeätzt. Blumen, Bäume, Weintrauben, Berglandschaften, Musiker, die Wartburg von Eisenach – die Motive waren vielfältig.

Warenzeichen 1938 gelöscht

Anfangs kam das Glas gut an bei den Kunden. „Jugendstil lief noch in Deutschland“, erzählt Elvira Rauch. Doch die kunstvollen Stücke waren nicht billig. Es kam die Weltwirtschaftskrise, zudem habe sich der Geschmack gewandelt hin zu schlichten Formen und Stilen. Die Produktion wurde eingestellt, das Warenzeichen aber erst 1938 gelöscht.

Erst in den letzten Jahren gab es eine Wiederbelebung. Der Glastechnik-Ingenieur Gotthard Petrick hat in Bad Muskau ein Atelier und eine Galerie. Und in Krauschwitz fertigt Michael Penn das kunstvolle Glas. Auch ihre Arbeiten werden in der Sonderausstellung zu sehen sein – als Ergänzung zur Geschichte. Der Name „Arsall“ setzt sich zusammen aus den französischen Begriffen „ars“ für Kunst und „Allemagne“ für Deutschland.

Dass es das ursprüngliche Glas nur wenige Jahre gab, bedauert Museumsleiterin Elvira Rauch übrigens nicht wirklich. Denn so sei es heute eine echte Rarität und wertvoll für Sammler und Museen.

Die Ausstellung zum Arsallglas ist ab 6. April im Glasmuseum Weißwasser zu sehen.

Weitere Ausstellungen: Ostsächsische Kunsthalle Pulsnitz, ab 14. April, „Transformation des Gewöhnlichen“ – 27 Künstlerinnen setzen sich mit alten Gießformen auseinander, dazu 17 Zeichnungen und ein Ölgemälde des Malers Carl Lohse; Naturparkhaus Zittauer Gebirge in Waltersdorf, bis Ende April oder länger, „Aus dem Naturpark“ mit Bildern des Malers Joachim Hennig; Touristinformation im Erlichthof Rietschen, bis 15. April, „Kunstwerk – Osterei“; Schloss Senftenberg, bis 1. Juli, „Busy Girl – Barbie macht Karriere“.

Weitere Veranstaltungen gibt‘s im www.sz-veranstaltungskalender.com