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Gebäudereiniger beklagen Einbußen

Die Anforderungen an die Firmen in der Region Döbeln sind während der Corona-Krise gestiegen. Es brechen aber auch Aufträge weg.

Gabriele Dähne von der Firma H&P Gebäudereinigung reinigt den Fußboden eines Klassenzimmers in der Grundschule Am Holländer mit einer Scheuermaschine.
Gabriele Dähne von der Firma H&P Gebäudereinigung reinigt den Fußboden eines Klassenzimmers in der Grundschule Am Holländer mit einer Scheuermaschine. © Dietmar Thomas

Döbeln. Hygiene und Pflege sind das Geschäft der Firma H&P. Das Döbelner Unternehmen sorgt mit knapp 130 Mitarbeitern dafür, dass die Ansteckungsgfahr möglichst gering bleibt und kämpft aber auch selbst mit den Auswirkungen der Pandemie. Viele Unternehmen, die H&P reinigt, haben Kurzarbeit angemeldet. „Uns wurden kurzfristig Aufträge abgesagt. Deshalb mussten auch wir zeitweise einen Teil der Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken“, sagt Wolf-Dietmar Bleil, Geschäftsführer der H&P Gebäudereinigung GmbH Döbeln.

Der Dienstleister hat auch viele Aufträge in Kommunen, Schulen und Pflegeeinrichtungen. „Wir bieten tägliche und temporäre Reinigung nach vertraglich vereinbarten Intervallen, in allen Bereichen der Wirtschaft, der Verwaltung und des Sozialwesens an“, so der Geschäftsführer. Dazu gehöre auch das Beschaffen von Desinfektionsmittel für die Kunden.

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Aufgrund der Corona-Pandemie hätten sich die Anforderungen an das Personal erhöht. Neben dem normalen Geschäft werden jetzt auch zusätzliche Leistungen angeboten. „Ich habe selbst an einem Sonntag in einem Autohaus eine Flächendesinfektion vorgenommen“, sagt Bleil. Das geschulte Fachpersonal achte auf die Einhaltung der Regeln zur Sauberkeit und Hygiene. „Wir haben auch einen staatlich geprüften Desinfektor, sind so für die höheren Anforderungen gut gerüstet“, so Bleil.

>>>Über die Ausbreitung des Coronavirus und über die Folgen in der Region Döbeln berichten wir laufend aktuell in unserem Newsblog.<<<

Gerade zu Beginn der Pandemie in Deutschland habe es erhebliche Probleme gegeben. „Wir hatten immer genügend Material bestellt. Doch plötzlich gab es Wartezeiten und es war nicht einfach, die Bestände nachzuordern“, sagt Bleil. Ganz zu schweigen von den Preisen, die aufgrund der Corona-Krise in die Höhe geschossen seien. „Packungen mit Masken, die vor der Krise höchstens 1,40 Euro gekostet haben, schlagen jetzt mit 8,79 Euro zu Buche.“ 

Ähnlich sei es beim Desinfektionsmittel. Bezahlte er vor der Krise 2,40 Euro pro Liter, seien es jetzt 27,30 Euro. Doch die Firma sei abhängig von den Lieferanten. „Wenn die Preise steigen, müssen wir das wohl oder übel auf unsere Kunden umlegen“, sagt Bleil. Der Markt scheine sich langsam zu beruhigen.

Unklar ist für Wolf-Dietmar Bleil, wie es nach der Öffnung der Schulen nicht nur für seinen Reinigungsdienst weitergeht. „Welche Auswirkungen wird es aufgrund der Krise geben? Welche zusätzlichen Aufgaben kommen auf uns zu? Wie oft müssen wir die Reinigung vornehmen?“, fragt sich der H&P-Chef.

Mitarbeiter achten auf Eigenschutz

Bisher habe es dazu noch keine Aussagen gegeben. Er wünsche sich möglichst schnell klare Anweisungen, um das Personal einweisen zu können. Besonders der logistische Aufwand werde sich erhöhen, wenn in den Schulen ständig desinfiziert werden müsste, so Bleil, der seit letztem Jahr Geschäftsführer ist.

Die Mitarbeiter selbst achten peinlich genau auf den eigenen Schutz. „Bisher hat sich noch niemand aus unserer Firma mit dem Coronavirus angesteckt“, so Bleil, der an dieser Stelle auch ein Lob loswerden will. „Auf die Kollegen war gerade in der angespannten Situation großer Verlass. Sie sind stets auch zu Sondereinsätzen bereit“, so der Firmenchef. Das äußere sich auch in der Zufriedenheit der Auftraggeber. Dennoch bittet Bleil die Kunden um Verständnis, wenn es in der zeitlichen Abfolge Verschiebungen gibt.

Auch Detlef Langner mit seiner Firma für Glas- und Gebäudereinigung in Döbeln spürt die Auswirkungen der Corona-Krise, auch wenn er bisher noch keine Kurzarbeit anmelden musste. Ein Viertel der 24 Mitarbeiter ist im Reinigungsdienst eingesetzt. „Durch den Wegfall von Aufträgen müssen wir Einbußen in diesem Bereich hinnehmen“, so Langner. 

Firmen, deren Mitarbeiter in Kurzarbeit sind, lassen auch weniger reinigen. Dafür habe sich in anderen Bereichen der Aufwand erhöht. In einem Unternehmen rücken seine Mitarbeiter zweimal täglich an, um zu desinfizieren. Auch in Einrichtungen des Gesundheitswesens seien die Anforderungen gestiegen.

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