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Gebelziger Chronik ist zurück im Ort

Rietschnerin übergibt das Buch an die Heimatstube „Hohendubrau“ in Gebelzig. Sie fand es auf dem elterlichen Dachboden in Kittlitz bei Löbau.

Der Leiter der Heimatstube „Hohendubrau“ Bernhard Donke (li.) und die Enkelin des Gebelziger Ortschronisten Irmtraud Biele (re.) erhielten von von Marion Kucha (2.v.li.) und Klaus Lehmann die Gebelziger Chronik.
Der Leiter der Heimatstube „Hohendubrau“ Bernhard Donke (li.) und die Enkelin des Gebelziger Ortschronisten Irmtraud Biele (re.) erhielten von von Marion Kucha (2.v.li.) und Klaus Lehmann die Gebelziger Chronik. © Foto: privat

Von Bernhard Donke

Rietschen. Es war ein besonderer Tag – für den Mitarbeiter der Heimatstube „Hohendubrau“ in Gebelzig, Bernhard Donke, für die Enkelin des Gebelziger Ortschronisten Willy Schulze (1892–1957) Irmtraud Biele und den Ex-Bürgermeister von Gebelzig und Hohendubrau Hans Hermann Zschieschank: Ihnen wurde durch Marion Kucha geb. Prentzel aus Rietschen und Klaus Lehmann aus Dresden eine handgeschriebene Gebelziger Dorfchronik überreicht. 

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Eine Chronik, von der bis zum Zeitpunkt der Übergabe niemand in Gebelzig wusste, dass sie existiert. Daher wurde es auch nicht vermisst, das vom Ortschronist, Kantor und Lehrer Willy Schulze verfasste Buch. Darin hat er die Lebensverhältnisse und das dörfliche Leben der Einwohner von 1825 bis 1920 beschrieben. Es war dem glücklichen Zustand zu verdanken das Marion Kucha beim Ausräumen ihres elterlichen Hauses 2014 in Kittlitz bei Löbau die Chronik auf dem Dachboden fand. „Ein klassischer Dachbodenfund, der mich vor ein Rätsel stellte: Wie kommt die Chronik von Gebelzig auf den Dachboden meiner Eltern? Und dann war das Problem mit der Sütterlin-Schrift, in der die Chronik geschrieben wurde und dass der Autor nicht ersichtlich war“, erzählt Marion Kucha, die jetzt mit ihrer Familie in Rietschen lebt.

Schnell und hundertprozentig konnte Irmtraud Biele erkennen, dass die Schrift von ihrem Großvater stammt. „Das habe ich sofort gesehen, dass diese Chronik von meinem Großvater geschrieben wurde“, sagt sie, nachdem sie einen ersten Blick in das 138 Seiten starke Buch geworfen hatte. „Was dann in diesem Buch stand, das konnte mein Cousin Klaus Lehmann, der in Dresden lebt, sich mit Ahnenforschung beschäftigt und der Sütterlinschrift mächtig ist, klären“ erzählt sie bei der Übergabe der Chronik weiter. So fand Klaus Lehmann schnell heraus, dass in der Chronik über das Leben und Wirken der Gebelziger Einwohner und des damaligen bürgerlichen Gutherren von Ober-Gebelzig Gottfried Wende geschrieben war, der 1837/38 das Schloss und das Gutshofensemble, wie es sich in seiner Form noch dem heutigen Betrachter zeigt, erbauen ließ. Klaus Lehmann war es dann auch, der die Verbindung zur Gemeindeverwaltung Hohendubrau und dem Leiter der Heimatstube herstellte. Auch wie die Chronik in das Haus und zur Familie Prentzel nach Kittlitz kam, konnte bei der Übergabe dann auch schnell geklärt werden: Die Eltern von Marion Kucha waren beide von Beruf Lehrer in Kittlittz. Vater Helmut Prentzel war Ende der 1940er-, Anfang der 1950er-Jahre kurzzeitig auch Lehrer an der Gebelziger Schule. Und damit ein Kollege von Willy Schulze, der ja auch Lehrer in Gebelzig war. „Nur von ihn konnte er die Chronik erhalten haben“, sagt die Tochter. So schloss sich dann der Kreis, und das Buch gelangte dorthin, wo es eigentlich hingehört – in die Heimatstube „Hohendubrau“. Nach der Übergabe gab es dann noch herzliche Gespräche und einen Besuch des Gebelziger Schlosses. „Wir, damit meine ich alle Gebelziger, freuen uns sehr über die Chronik und bedanken uns herzlich. Wir können damit ein weiteres Stück unser Ortsgeschichte aufarbeiten“, sagt Bernhard Donke. (B.D.)