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Geborgter Anzug, Gesangbuch und Hilfe fürs Leben

Vier Riesaer feiern am Sonntag ihr Konfirmationsjubiläum.

Von Christoph Steinert

Am kommenden Sonntag werden sie in der Trinitatiskirche Riesa ihre Jubelkonfirmation feiern: Rosemarie Massel und Richard Gierth wurden vor 60 Jahren konfirmiert, beim Ehepaar Gertrud und Horst Geisler liegt die Konfirmation schon 70 Jahre zurück. Gemeinsam mit 45 weiteren Jubilaren werden sie feierlich in die Kirche einziehen und vorn auf den Ehrenplätzen sitzen.

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Jeweils am Sonntag nach Pfingsten lädt die Ev.-Luth. Kirchgemeinde Riesa diejenigen zum Festgottesdienst ein, die vor 25, 50, 60, 70 oder noch mehr Jahren konfirmiert wurden. Viele, die damals 13 oder 14 Jahre alt waren, sind erst später nach Riesa gekommen: durch die Folgen des Zweiten Weltkrieges, durch Heirat oder die Aussicht auf einen Arbeitsplatz.

Rosemarie Massel verbrachte ihre Kindheit in einem Dorf bei Görlitz. Die Modefarbe zu ihrer Konfirmation 1954 war schwarz. „Ich aber trug ein weißes Kleid. Es ist ja ein Freudentag, sagte meine Mutter.“ Vor der Einsegnung standen der Konfirmandenunterricht und eine Prüfung. „Wir mussten viele Lieder und die biblischen Geschichten auswendig lernen.“ Sie erinnert sich auch an ein besonderes Geschenk: „Vom Opa bekam ich ein Gesangbuch und ein weißes Taschentuch.“ Aber längst nicht nur Kleider und Geschenke sind im Rückblick wichtig. Rosemarie Massel stellt auch fest: „Mein Glaube hat mir oft in kritischen Stunden geholfen, trotz Zweifel, die ich auch erlebt habe.“ Richard Gierth ergänzt: „Für mich gehört der Glauben zum Leben dazu, er gibt mir Halt.“ Der Bibelvers, der ihm zur Konfirmation 1954 in Riesa-Gröba von Pfarrer Schille mitgegeben wurde, hat ihn durchs Leben begleitet: „Wachet, steht im Glauben, seid männlich und seid stark!“ „Wir waren 120 Konfirmanden allein aus Gröba, es gehörte damals einfach dazu. Dem Pfarrer haben wir es im Unterricht nicht leicht gemacht.“ Wichtige Impulse bekam Richard Gierth eher in der Zeit danach: „Wir trafen uns nach der Konfirmation mit anderen Jugendlichen zur Jungen Gemeinde. Diese Freundschaften halten bis heute.“

Schon 70 Jahre liegt die Konfirmation von Gertrud Geisler zurück. Sie stammt aus der Nähe von Posen und im Kriegsjahr 1944 fiel das Fest eher bescheiden aus: „Von meiner Patentante bekam ich das erste Mal in meinem Leben Blumen geschenkt.“ Der Vater hatte Fronturlaub und zur Kirche ging es mit der Kutsche. „Sonst musste ich die sechs Kilometer natürlich laufen.“ Auf das 70-jährige Jubiläum freut sich auch ihr Ehemann Horst, der in Oberschlesien konfirmiert wurde: „Ich war erst 13, meine Mutter hatte mir den Anzug vom Cousin umgearbeitet.“ Er kann sich auch noch an das Lied erinnern, das er im Gottesdienst gesungen hat und ergänzt: „Mit der Konfirmation war auch die Schule zu Ende und für mich begann die Lehre als Maschinenbauschlosser.“

Die Lebenswege haben alle vier Jubilare nach Riesa geführt. Dankbar und manchmal auch staunend blicken sie zurück. Sicher wird die Dankbarkeit gegenüber den nahestehenden Menschen und auch der Dank an Gott zur Feier des Jubiläums einen wichtigen Platz haben. Der Gottesdienst zur Jubelkonfirmation findet am 15. Juni, 9.30 Uhr, in der Trinitatiskirche Riesa statt.

Christoph Steinert ist Pfarrer in Riesa