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Alles Müll oder was

Wer was im Landkreis einsammelt, wo es landet, was es kostet und was sich verändert - eine Übersicht.

Oft stehen die Autos hier Schlange: Der Eingang zum Wertstoffhof Kleincotta, einem von vier im Landkreis.
Oft stehen die Autos hier Schlange: Der Eingang zum Wertstoffhof Kleincotta, einem von vier im Landkreis. © Daniel Schäfer

Rund 120 Kilogramm Restmüll verursacht jeder Einwohner in den Landkreisen Meißen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge jährlich. Dazu kommt noch diverser anderer Abfall. Wohin mit all dem Müll?

Etlicher Müll wird zu Hause abgeholt. Und der Rest kommt auf die Deponie, sagen die Leute und fahren nach Cotta. Doch die Deponie hier ist eigentlich gar keine Deponie mehr, genauso wie es kostenlosen Abfall nicht gibt und nicht jeder Abfall Müll ist. Eine kleine Übersicht.

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100 Tonnen täglich

Die Stadt Pirna hatte die Deponie Kleincotta 1985 in einem alten Steinbruch eingerichtet. Danach übernahm der Landkreis sie, 1996 schließlich der Abfallzweckverband Oberelbe. Bereits seit Juli 2003 wird hier kein Müll mehr auf die Deponie gebracht. Die zwei Deponiebereiche werden seither in mehreren Bauabschnitten abgedeckt. Die Deponie an sich gibt es also noch, aber es wird kein Abfall mehr abgelagert.

Heute ist Kleincotta eine von zwei Umladestationen und einer von vier Wertstoffhöfen im Landkreis. Hier kommt fast alles zusammen, was es an Abfall gibt: Hausmüll, Sperrmüll, Elektroschrott, Grünschnitt, Reifen. Umladestation heißt, hier wird Hausmüll und Sperrmüll in Container verladen. Der Hausmüll gepresst, der Sperrmüll lose, bis zu 100 Tonnen täglich. Der Hausmüll geht von Cotta zur Verbrennung. Der Cottaer Müll geht nach Sachsen-Anhalt und ab 1. Juli zum Teil auch ins sächsische Lauta.

Die erfüllten Träume an elektrischen Geräten landen in solchen Containern. Die Abgabe kostet nichts.
Die erfüllten Träume an elektrischen Geräten landen in solchen Containern. Die Abgabe kostet nichts. © Daniel Schäfer


  • Elektroschrott: Er kann in Cotta wie auf allen Wertstoffhöfen gebührenfrei abgegeben werden. Für die Entsorgung ist die Stiftung Elektro-Altgeräte-Register (EAR) zuständig. Der Abfallzweckverband Oberelbe stellt lediglich den Platz für die Sammelbehälter zur Verfügung.
  • Grünschnitt: Der beste Platz für den Grünschnitt ist die Braune Tonne. Wer keine hat, kann ihn nach Cotta bringen. Hier bezahlt er je Kubikmeter fünf Euro. 
  • Biomüll: Die Braune Tonne wird noch bis Ende nächsten Jahres gebührenfrei geleert. Für die Bereitstellung wird eine Behältergebühr erhoben. 
  • Hausmüll: Das ist der, der in der Schwarzen Tonne landet, die im zwei-Wochen-Rhythmus abgeholt wird. Bei wem zwischendurch etwas anfällt oder die vorhandene Tonne nicht reicht,  der kann einen offiziellen Restabfallsack des Abfallverbandes kaufen. Mit dem Preis ist dann die Entsorgung bezahlt.
  • Sperrmüll: Zweimal im Jahr kann man ihn kostenlos abholen lassen, zum Wertstoffhof oder zur Umladestation bringen. Wer mehr Müll hat, bezahlt dafür.
  • Glas: Egal wo die Glascontainer stehen, ob auf den Wertstoffhöfen, der Umladestation oder in den Städten und Gemeinden, sie gehören den Entsorgern, haben also nichts mit dem Abfallverband zu tun. Glas gehört wie auch der Inhalt der Gelben Säcke bzw. Tonnen zu den Verpackungsabfällen.
  • Papier und Pappen: Sie sind in der Blauen Tonne richtig, deren Abholung der Verband regelmäßig ebenfalls neu ausschreibt. 
In der Umladestation Cotta wird Haus- und Sperrmüll erst gepresst bzw. zerkleinert.. 
In der Umladestation Cotta wird Haus- und Sperrmüll erst gepresst bzw. zerkleinert..  © Daniel Schäfer
... und dann in Container verladen, um weiter entsorgt zu werden. Der Hausmüll geht in die Verbrennungsanlage. 
... und dann in Container verladen, um weiter entsorgt zu werden. Der Hausmüll geht in die Verbrennungsanlage.  © Daniel Schäfer

Braune Tonne und Gelber Sack

Aktuell nutzen etwa 55 Prozent der Einwohner bereits eine Bio- bzw. Braune Tonne. Untersuchungen im Gebiet des ehemaligen Weißeritzkreises ergaben, dass sauber getrennt wird. Also kaum Restmüll in die Biotonne kommt. In der befinden sich im Schnitt jeweils zur Hälfte Küchenabfälle und Grünschnitt. Vor Einführung der Braunen Tonne waren die schwarzen Hausmülltonnen etwa zu 40 Prozent mit Biomüll gefüllt. Viel weniger Restmüll gibt es deshalb aber nicht.

Der Gelbe Sack ist zwar das, womit der Abfallzweckverband offiziell das Wenigste zu tun hat, was die Leute aber oft am meisten nervt. In der Regel sind es nicht abgeholte Säcke, die kritisiert werden. Zuständig sind die Entsorger. Das ist im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge aktuell die  Firma Kühl. Ab Januar 2021 könnte sich das ändern, da die Abholung nach drei Jahren wieder neu zu vergeben ist. 

Definitiv neu sind ab nächstem Jahr flächendeckend die Gelben Tonnen, die es bisher nur vereinzelt vor allem in größeren Wohngebieten gibt. Diese Gelben Tonnen muss der dann beauftragte Entsorger bereitstellen. Im Gegensatz zu den Blauen, Schwarzen und Braunen, die dem Verband gehören.

Was wird mit den Müllgebühren?

Auch wenn Elektroschrott zum Beispiel gebührenfrei abgegeben werden kann, ist er nicht kostenlos. Der Verbraucher hat die Entsorgung beim Kauf schon mit bezahlt. Ähnlich ist es beim Gelben Sack. Und beim Haus- bzw. Restmüll? 

Da werden die Gebühren vom Verband kalkuliert. Als er das 2016 machte, sollte es für die nächsten fünf Jahre sein. Doch voriges Jahr war klar, die Kalkulation geht so nicht auf. Nicht, weil man sich verrechnet hatte, sondern weil sich die Kosten für Entsorgungsleistungen stark erhöht haben. Die Entsorgungsunternehmen haben die gestiegenen Kosten zum Beispiel für Energie und Maut weitergegeben, sagt der Verband. Auch die gestiegenen Personalkosten sind in die Angebote eingeflossen. 

Die aktuellen Müllgebühren gelten jetzt für 2020 bis 2022. Es ist jedoch nie ausgeschlossen, dass die Gebühren sich eher wieder ändern. Derzeit sei das aber nicht absehbar.

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