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Gedenken auf dem Ehrenfriedhof

Russen und Deutsche erinnern sich, reden miteinander und haben ein Anliegen.

© Daniel Förster

Von Heike Sabel

Sie waren Kinder, als der Krieg begann, der für sie der Große Vaterländische Krieg wurde. Sie kamen unfreiwillig nach Deutschland. In faschistische Lager, als Kinder von Zwangsarbeitern. Jetzt kamen sie wieder. Freiwillig. Auf Einladung der Dresdner Gesellschaft zur Hilfe für Kriegsveteranen in Russland. Freiwillig, aber mit gemischten Gefühlen. Auf welche Menschen würden sie hier und heute treffen? In einer Zeit, da die Beziehungen zwischen Russland und Deutschland auf Eis liegen.

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Die sieben Gäste aus Sankt Petersburg und Jekaterinenburg sind jedoch überwältigt von der Wärme und dem Interesse an ihren Schicksalen. Alexej Skripnik hat während des Aufenthaltes zum ersten Mal seine Geburtsstadt Chemnitz wiedergesehen. Olga Prochorowna kam als Kind nach Dachau und Mauthausen. Sie bekam 20 Schläge für den Versuch, eine Kartoffel zu stehen. Ludmilla Krylowa erzählt von dem schrecklichen Aufseher, aber auch von der Arbeiterin, die ihr etwas Süßes zusteckte.

All das haben die russischen Gäste auch in Schulen berichtet und gestern auf dem Sowjetischen Ehrenfriedhof in Pirna. Zu dem Gedenken hatten die Dresdner Gesellschaft sowie die Pirnaer Linken eingeladen. Gekommen war auch Pirnas OB Klaus-Peter Hanke, was für die Gäste eine besondere Ehre war. Auch er war tief beeindruckt von den Schicksalen. „Lassen Sie uns immer die ehren, die dafür ihr Leben gelassen haben“, sagte er und „alles dafür tun, dass es sich nie wiederholt“. Das ist das große gemeinsame Anliegen.