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Gedenkstätte Sonnenstein: Besucherrekord

2019 besuchten so viele Gäste wie noch nie diesen ganz besonderen Gedenkort in Pirna - der mittlerweile seit zwei Jahrzehnten besteht.

Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein, Leiter Dr. Boris Böhm: Den Opfern einen Namen geben.
Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein, Leiter Dr. Boris Böhm: Den Opfern einen Namen geben. © Karl-Ludwig Oberthür

Die Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein hat einen neuen Besucherrekord verzeichnet. Im vergangenen Jahr besuchten erstmals über 15.000 Gäste diesen ganz besonderen Gedenkort, der in einem Gebäude der früheren Heil-und Pflegeanstalt Sonnenstein untergebracht ist. 2019 informierten sich insgesamt 15.794 Besucher über die Geschichte der nationalsozialistischen Krankenmorde, das sind über 2.000 Gäste mehr als 2018.

Dabei stieg sowohl die Anzahl der Einzelbesucher als auch die von Gruppen, die das pädagogische Angebot der Gedenkstätte nutzten, deutlich an. "Insbesondere nahmen mehr Auszubildende aus sozialen und Pflegeberufen an Führungen und Projekten teil. Erneut kamen auch zahlreiche Schulklassen zu uns", sagt Gedenkstätte-Sprecher Hagen Markwardt. Ebenfalls auf anhaltend großes Interesse stieß die deutsch-polnische Wanderausstellung "Vergessene Opfer der NS-"Euthanasie" - Die Ermordung schlesischer Anstaltspatienten 1940-1945", die an fünf Standorten in Deutschland und Polen präsentiert werden konnte. Auch in diesem Jahr wird diese Ausstellung wieder an verschiedenen Orten zu sehen sein.

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Um auch in Pirna verstärkt ausländische Besucher anzusprechen, wurden die Texte in der Dauerausstellung mittlerweile auf Englisch, Tschechisch und Polnisch zur Verfügung gestellt. Außerdem sind mehrere Biografien, die in der Reihe "Den Opfern ihre Namen geben" erschienen sind, ebenfalls in diesen Sprachen verfügbar.

In der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt Pirna-Sonnenstein ermordeten die Nationalsozialisten in den Jahren 1940/1941 bei der sogenannten "Aktion T4" rund 13.700 vorwiegend psychisch kranke und geistig behinderte Menschen. Überdies wurden dort im Sommer 1941 mehr als 1.000 Häftlinge aus verschiedenen nationalsozialistischen Konzentrationslagern umgebracht.

Die Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein, eingeweiht im Juni 2000 am historischen Ort des organisierten Massenmordes, hat seither die Geschichte dieser NS-Verbrechen sowie vor allem jene der Opfer erforscht und aufgearbeitet - um an sie zu erinnern. Hinter der Gedenkstätte kennzeichnet seit 2011 ein Kreuz jene Stelle, an der die Asche der verbrannten Opfer auf den Hang zur Elbe gekippt wurde. Das Kreuz ist reichlich sechs Meter hoch - so dick war die Ascheschicht auf dem Elbhang.

Anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein in diesem Jahr findet im Juni eine internationale Tagung mit Experten statt, die die Historie der nationalsozialistischen "Euthanasie"-Verbrechen weiter erforschen wollen.

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