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Geduldsprobe für die Minkwitzer

Wie geht es mit der geplanten Kläranlage für die Siedlung weiter? Die betroffenen Anwohner haben viele Fragen.

Von Antje Stork

Seit mittlerweile einigen Jahren suchen die Einwohner der Siedlung in Minkwitz nach einer Abwasserlösung. Seit der letzten öffentlichen Versammlung des Abwasserzweckverbandes im August hat sich scheinbar nichts getan. So jedenfalls ist der Eindruck der Minkwitzer. Und das ärgert sie. Immerhin müsste die neue Anlage bis Ende 2015 fertiggestellt sein. Denn dies ist eigentlich der Termin, zu dem der Gesetzgeber moderne Anlagen zur Abwasserbeseitigung vorsieht. Auch die Bewohner der Siedlung sind daran interessiert, dass bis dahin eine Lösung gefunden wird. Doch zum jetzigen Zeitpunkt scheint es noch immer eine Vielzahl an offenen Fragen zu geben. So wollen die betroffenen Grundstückseigentümer beispielsweise wissen, wo die Anlage und die Abwasserschleuse überhaupt gebaut werden. Auch die Frage, inwieweit die vorhandenen Anschlüsse auf den einzelnen Grundstücken dabei berücksichtigt werden, interessiert sie. Ein weiterer wichtiger Aspekt sind die Kosten, die auf die Grundstückseigentümer zukommen werden. Dabei geht es nicht nur um die zukünftig anfallenden Gebühren, sondern auch um den Kostenanteil der Baumaßnahmen, der auf die Privathaushalte umgelegt wird.

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In diesem Jahr passiert nichts mehr

Im September seien nach Aussage eines Minkwitzers Planer eines Ingenieurbüros vor Ort gewesen und hätten die Anschlüsse aus den einzelnen Grundstücken erfasst. „Doch wie können wir die Leitungen auf unserem Grundstück planen, wenn wir das Gesamtkonzept noch nicht kennen?“, fragt einer der Betroffenen.

Der Abwasserzweckverband (AZV) sieht jedoch keinen dringenden Handlungs- oder Informationsbedarf. „Es ist nicht davon auszugehen, dass noch in diesem Jahr irgendwas passiert“, sagt AZV-Geschäftsführerin Kerstin Menge. „Wir sind allerdings mit dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr im Gespräch, damit die Bauarbeiten über diesselbe Baufirma abgewickelt werden können“, sagt sie gegenüber dem DA. Es sei angedacht, die für die neue Kläranlage notwendigen Bauarbeiten an der S 36 mit dem Ausbau der Staatsstraße auf dem entsprechenden Straßenabschnitt zu verbinden. Da es sich bei der Abwasserlösung für die Siedlung Minkwitz um eine Kleinkläranlage handelt, müssten auch keine aufwendigen Genehmigungsverfahren eingeleitet werden. „Es handelt sich um den Anschluss an eine Kläranlage für zehn Grundstücke“, sagt sie weiter. Für die noch notwendigen Planungen und Bauarbeiten seien die nächsten zwei Jahre ausreichend.

Die Siedlungsbewohner sehen das etwas anders. „Seit 2008 wird das Projekt geplant. Wir möchten langsam erfahren, wie es nun konkret umgesetzt wird“, sagt einer der Grundstückseigentümer.

In den vergangenen zwei Jahren wurden in einigen Ortschaften bereits sogenannte dezentrale Abwasserlösungen gebaut. So erfolgten 2012 beispielsweise in Kroptewitz und Seifersdorf die Anschlüsse von 300 Grundstücken. Bereits 2011 wurde in Altleisnig eine Kleinkläranlage gebaut. In allen Orten müssen sich die Grundstückseigentümer selbst um eine vollbiologische Abwasserentsorgung kümmern oder diese beispielsweise bei dem AZV Leisnig in Auftrag geben.