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Gefährlich schnell unterwegs

Die Raserproblematik in Meißen fordert die Stadt heraus. In Radebeul hingegen hat sich die Situation gebessert.

Von Daniel Krüger & Peter Redlich
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Haben 2018 tausend mehr Bilder geliefert: Die Blitzer im Meißner Schottenbergtunnel.
Haben 2018 tausend mehr Bilder geliefert: Die Blitzer im Meißner Schottenbergtunnel. © Claudia Hübschmann

Meißen. Das Fahren mit überhöhter Geschwindigkeit bewegt die Bürger in Meißen. Erst im Oktober 2018 ergab eine Auswertung der beiden Geschwindigkeitsanzeigen in der Stadt, dass rund 60 Prozent der Autofahrer immer wieder die zugelassene Höchstgeschwindigkeit missachten. 

Besonders Eltern, die in Sorge um ihre Kinder sind, aber auch Senioren fordern schon seit Jahren mehr Engagement der Verwaltung für einen sicheren Straßenverkehr.

Und das zu Recht, wie die Zahlen aus dem vergangenen Jahr zeigen: Sowohl die Anzahl der ertappten Autofahrer als auch die Höhe der Einnahmen ist im Vergleich zu 2017 nochmal angestiegen, teilt Katharina Reso von der Pressestelle des Rathauses mit. Der einzige stationäre Blitzer in Meißen befindet sich im Schottenbergtunnel und läuft im Dauerbetrieb.

9.631 Mal mussten dort 2018 Verfahren gegen Raser eingeleitet werden, das spülte der Stadt insgesamt rund 181.616 Euro in die Kasse. Fast tausend mehr Geschwindigkeitssünder als im Vorjahr konnte das Ordnungsamt so verzeichnen, denn 2017 wurden nur 8.748 Fahrer geblitzt. Dementsprechend fielen auch die Einnahmen mit rund 177.197 Euro geringer aus.

Im Durchschnitt zahlten die Temposünder 2017 rund zwei Euro mehr für Geschwindigkeitsübertretungen und waren damit etwas schneller unterwegs, als 2018. Die erhöhten Fallzahlen bestätigen den Nachholbedarf der Stadt, was Geschwindigkeitskontrollen angeht. So sprach sich der Verwaltungsausschuss schon im Herbst für einen mobilen Blitzer aus, der die Stadt rund 46.500 Euro kosten wird.

Der allerdings lässt nun schon einige Monate auf sich warten. „Das Verfahren zur Beschaffung der mobilen Geschwindigkeitsmesseinrichtung ist noch nicht abgeschlossen“, heißt es vonseiten der Stadt Meißen. Deshalb sei auch noch nicht absehbar, wo es künftig eingesetzt wird. 

Klar sei nur, dass der mobile Blitzer dort stehen wird, wo „im Interesse der öffentlichen Sicherheit mit nachhaltiger Wirkung auf die Einhaltung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit gedrungen werden muss.“

Außer der Stadt selbst messen auch der Landkreis und die Polizei die Geschwindigkeit der Autofahrer in Meißen. Besonders beliebt sind hier die Niederauer Straße auf Höhe der ehemaligen Fundgrube sowie die Rauhentalstraße. Gut möglich also, dass der mobile Blitzer im künftigen Einsatz dort auf seine Opfer wartet. 

Wie oft und wo der Landkreis im vergangenen Jahr Raser erwischt hat, konnte die Pressestelle aufgrund eines aktuellen Personalmangels nicht mitteilen. Eine Antwort werde aber nachgereicht, heißt es.

Die Polizei hingegen führt keine Statistik über Geschwindigkeitsmessungen in der Stadt Meißen. Die Daten, die eingehen, betreffen das gesamte Zuständigkeitsgebiet der Polizeidirektion Dresden. Aussagekräftig sind hingegen die Zahlen von Radebeul und Coswig.

In Radebeul wurde 2018 genau 35.047 mal ein Foto bei zu schnellem Fahren geschossen. Das sind etwa 7.000 Fälle weniger als 2017. Mit Abstand sind weiter die beiden Blitzersäulen an der Waldstraße im Osten Radebeuls die, an denen die meisten Autofahrer zu schnell vorbeifahren.

Eine fotografiert einwärts in die Stadt, die andere auswärts. „Rein in die Stadt lassen sich viele ausrollen und überschreiten die erlaubten 30 Stundenkilometer deutlich“, sagt Ingolf Zill von der Radebeuler Verkehrsbehörde. Bei etwa 9.200 Fällen liegt die Zahl der Blitzerfotos in jeweils eine Richtung. 

Aus den Bescheiden über zu schnelles Fahren nahm die Stadt 2018 715.000 Euro ein, rund 200.000 Euro weniger als noch 2017. Statistisch sind das pro Woche zwischen 300 und 550 Fälle.

Auch in Coswig wird zumindest stellenweise weniger gerast. 4.741 Mal sind Autofahrer 2018 hier vom Messauto der Radebeuler Verkehrsbehörde mit zu hoher Geschwindigkeit erwischt worden, 2017 waren es noch 5.728 Fahrer. Das beschert der Nachbarstadt einen Zuschuss von 164.000 Euro.