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Blech schützt Biker

Geisings Ortseingang ist für Motorräder entschärft worden. Doch es gibt noch mehr gefährliche Abschnitte im Müglitztal.

Von Maik Brückner

Ein Hottentottenfahrer ist Silvio Nitschke nicht. Der Geisinger genießt das Motorradfahren. Er rast nicht durch die Landschaft, er tuckert lieber gemütlich übers Land. Dennoch: Vor einem Unfall ist niemand gefeit. „Bis jetzt ist mir noch nichts passiert“, sagt er. „Toi, toi, toi.“ Und auch unter seinen Geisinger Motorradfreunden, die zu den Genießern auf dem Krad gehören, hat sich bisher noch niemand schwer verletzt. Doch man weiß nie, sagt Nitschke. Deshalb sei er froh, dass ein für Motorradfahrer gefährlicher Straßenabschnitt zwischen Geising und Altenberg nun sicherer gemacht wurde. „Hier am Ortsteingang von Geising gab und gibt es oft Unfälle“, sagt Nitschke. Oft sind Autos daran beteiligt, aber auch Motorradfahrer kamen hier zu Schaden, vor allem die, die die Strecke nicht so gut kennen wie die Einheimischen. Die Leitplanken, die hier eigentlich verhindern sollen, dass Autos von der Straße abkommen, haben wie an anderen Stellen auch eine negative Begleiterscheinung. Motorradfahrer, die stürzen und gegen die Bleche geschleudert werden, prallen oft gegen die Pfosten. „Das ist sehr gefährlich“, weiß Nitschke.

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Lückenschluss am Straßengraben

Er hat von Bikern gehört, die nach dem Aufprall verstümmelt wurden, Arme und Beine verloren. Um dieses Verletzungsrisiko zu minimieren, wurde im vergangenen Jahr an der gefährlichen Kurve ein sogenannter Unterfahrschutz montiert. Dabei handelt es sich um Bleche, die die Lücke unterhalb der Leitplanke schließen. Dadurch wird der Biker, wenn er stürzen sollte, dynamisch abgefangen. Im Idealfall rutscht er an der Planke entlang und knallt eben nicht gegen den Pfosten. „Das ist eine prima Sache“, sagt Nitschke.

Das sehen auch seine Freunde im Motorradklub Geising so, ergänzt er. Die Initiative, die Straßen für Motorradfahrer zu entschärfen, ging vom sächsischen Verkehrsministerium aus. Dieses startete 2011 auf der Müglitztalstraße ein Pilotprojekt. Nach und nach wurden die Leitplanken an den besonders gefährlichen Abschnitten nachgerüstet. Unterfahrschutz wurde in Mühlbach, zwischen Schlottwitz und Glashütte und zwischen Glashütte und Bärenhecke angebracht. Mit den 140 Metern Blech, das im vergangenen Jahr am Ortseingang Geising montiert wurde, gibt es nun auf der Staatsstraße S 178 fast einen Kilometer Unterfahrschutz. In ganz Sachsen sind es 40 Kilometer. Weitere zehn sollen in diesem Jahr dazukommen, erklärte Staatssekretär Roland Werner bei einem Vororttermin in Geising, zu dem er mit dem Motorrad kam.

In der weiteren Planung werde man auf Anregungen der Biker reagieren. Diese können dem Ministerium Vorschläge machen. Die werden geprüft und gegebenenfalls mit ins Motorrad-Sicherheitsprogramm aufgenommen.

Perspektivisch dürfte das Programm weiterlaufen. Denn die Kosten sind verhältnismäßig gering. Ein Meter Unterfahrschutz kostet durchschnittlich 30 Euro. „Jeder Euro, der hilft, Leben zu retten und schwere Unfälle zu vermeiden, ist in diesem Sinne gut und richtig investiert“, heißt es aus dem Verkehrsministerium.