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Gefährliche Plastedämpfe erschweren Löscharbeiten

Bei Becker Umweltdienste in Reichenbach brach ein Feuer aus. Warum, ist noch unklar.

Von Constanze Junghanß

Der Geruch von verschmorten Plastik liegt immer noch beißend in der Luft. Am Tag nach dem Brand beim Reichenbacher Unternehmen Becker Umweltdienste an der Pausldorfer Straße sortiert der Bagger die Müllberge im betroffenen Gebiet. Das ist rund 1000 Quadratmeter groß. „Gebrannt hat es aber vorwiegend im vorderen Bereich“, sagt Betriebsstättenleiter Arnd Bitterlich.

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Am Sonntagabend, gegen 22.38 Uhr, waren Feuerwehr und Polizei zu einem Einsatz nach Reichenbach ausgerückt. In der Paulsdorfer Straße waren auf dem Betriebsgelände des Entsorgungsunternehmens aus bislang noch ungeklärter Ursache etwa 800 Kubikmeter Mischabfälle in Brand geraten. Die dunklen Rauchwolken und der Feuerschein waren weithin sichtbar. 50 Kameraden der freiwilligen Feuerwehren aus Reichenbach, Mengelsdorf, Sohland am Rotstein, Zoblitz und Meuselwitz löschten die Flammen. Zu Schaden kam niemand. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen und prüft, wie das Feuer entstehen konnte. Dabei ist nach derzeitigem Kenntnisstand auch eine Selbstentzündung der Abfälle nicht ausgeschlossen. „Die Ursache wird noch ermittelt“, so Polizeisprecher Thomas Knaup.

Der materielle Schaden sei gering, sagt Arnd Bitterlich. Denn der Müll wäre so oder so in die Müllverbrennungsanlage nach Lauta gebracht worden. Trotzdem spricht der Betriebsleiter vom Glück im Unglück. Denn die Plastikdämpfe sind nicht ungefährlich. Deshalb mussten die Feuerwehrmänner beim Löscheinsatz auch in voller Atemmontur hantieren.

Da der Wind Sonntagnacht jedoch so gedreht hatte, dass der Rauch nicht stadteinwärts zog, gab es kaum Geruchsbelästigungen im Umfeld. „Aber die Rauchentwicklung war wirklich enorm“, so Bitterlich. Eine Gefahr für die 100 Meter entfernt liegenden Düngemittellager der Baywa habe zu keinem Zeitpunkt bestanden. Das sei einerseits dem schnellen Handeln der Feuerwehren zu verdanken. Andererseits ist das Gelände auch von einer vier Meter hohen Betoneinfassung umsäumt, damit Flammen im Fall eines Brandes nicht auf das Umfeld übergreifen können. Die angrenzende Halle vom Ravon wurde ebenfalls nicht in Mitleidenschaft gezogen.

In dem Ausmaß war der Brand bei Becker-Umweltdienste der erste. „Wie das überhaupt passieren konnte, ist uns ziemlich schleierhaft“, sagt der Betriebsleiter. Denn witterungsbedingt war der Müllhaufen vom getauten Schnee durchgeweicht. Jetzt müsse abgewartet werden, was die polizeilichen Ermittlungen ergeben. Gemeldet wurde der Brand wahrscheinlich von einem Zugreisenden. Die Bahnstrecke Richtung Görlitz führt unterhalb des Geländes entlang, sodass der Qualm vom Zug aus sichtbar war.

Innerhalb weniger Minuten waren die Feuerwehren am Einsatzort. Gelöscht wurde mit einem sogenannten Netzmittel, einer Mischung aus Wasser und Schaum. Und auch wenn es der erste größere Brand auf dem Betriebsgelände war, kennen sich die Feuerwehrleute auf dem Terrain gut aus. „Da Abfallwirtschaften Schwerpunktbetriebe sind, werden Einsatzübungen immer wieder geprobt“, so Ronald Prüß. Bei Becker Umweltdienste fand die letzte Feuerwehrübung im Betrieb erst im Spätsommer statt.