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Gefährliche Querung

Das Dorf Cotta ächzt unter dem starken Verkehr. Außerdem fehlt ein durchgängiger Fußweg. Und es gibt es ein weiteres Problem.

Am Mittelgasthof in Cotta müssen Fußgänger die Straßenseite wechseln. Ein gefährliches Unterfangen.
Am Mittelgasthof in Cotta müssen Fußgänger die Straßenseite wechseln. Ein gefährliches Unterfangen. © Daniel Schäfer

Die Bewohner von Cotta haben es nicht leicht. Im Sekundentakt rauscht ein Lkw, Kleinlaster oder Pkw über die Dorfstraße. 

„Momentan ist es wegen der Sperrung der Straße nach Berggießhübel besonders extrem, weil die Umleitung über Cotta und Langenhennersdorf verläuft. Aber auch sonst ist die Straße leider immer stark befahren“, erklärt Gemeinderat Ronny Kühnel aus Cotta. Sogar am Wochenende. Dann nutzen viele Sächsische-Schweiz-Touristen die Straße, um das stau-geplagte Pirna zu umfahren. Dabei ist die Dorfstraße für viel Verkehr gar nicht ausgelegt.

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Problem 1: Es fehlt ein durchgängiger Fußweg an der Hauptstraße

Ab der Hausnummer 35c bis kurz hinter dem ehemaligen Mittelgasthof fehlt der Fußweg. Passanten müssen hier am Fahrbahnrand laufen. Das allein sei schon gefährlich genug, betont Kühnel. Hinzu kommt, dass es auf dieser Strecke kein Parkverbot gibt, sodass hier oftmals Autos am Straßenrand stehen. Die Folge? „Die Fußgänger müssen noch weiter auf der Fahrbahnmitte laufen, auch Kinder, denn wir haben hier einen Schulweg“, erklärt der Gemeinderat. Er plädiert dafür, auf diesem Abschnitt ein Parkverbot einzurichten. Es ginge auch um Brandschutz, denn ebenfalls betroffen sei die Ortsfeuerwehr. Das Feuerwehrgerätehaus befindet sich in diesem Abschnitt, der oftmals zugestellt ist. „Wenn die Kameraden im Einsatz sind und mit ihren privaten Pkw anfahren, müssen sie eine Möglichkeit haben, ihr Auto nahe dem Gerätehaus zu parken. Für sie müsste es selbstverständlich eine Ausnahmeparkregelung geben“, überlegt Kühnel. Die optimale Lösung wäre natürlich ein durchgängiger Fußweg.

Problem 2: Beim Mittelgasthof müssen die Passanten die Straße queren

Der Mittelgasthof wird zurzeit saniert und zu mehreren Mietwohnungen ausgebaut (SZ berichtete). Deshalb ist das Gebäude eingerüstet, auch zur Straßenseite hin. Da das Gerüst Platz wegnimmt, gab es folgende verkehrsrechtliche Anordnung: Die Fußgänger müssen in diesem Bereich die Straßenseite überqueren, in Höhe des Gasthauses auf der gegenüberliegenden Seite weiterlaufen, um dann schließlich nach dem Gasthaus wieder auf die andere Straßenseite zurückzukehren, wo der Fußweg wieder beginnt. „Eine Unterführung für Passanten am Gerüst wäre die bessere Variante. Sie wären geschützt und müssten nicht die Straße queren“, meint Kühnel, der nicht der Einzige ist, der die Situation kritisch sieht. Auch die Leiterin des Cottaer Kindergartens habe ihm bereits mitgeteilt, dass sie mit ihren Schützlingen diesen Bereich meidet und Ausflüge zu Fuß nur noch in Richtung Osten macht.

Das sagt die Stadtverwaltung Pirna zu der Situation in Cotta

Die Stadt kennt die Problematik. Die Bauarbeiten im vorderen Teil des Mittelgasthofes sollen nach Aussage der Eigentümer Anfang November 2019 beendet sein. Erst dann wird für diesen Teil kein Gerüst mehr notwendig sein, erklärt Rathaussprecherin Jekaterina Nikitin. Bis zu diesem Zeitpunkt werde die Stadt mit der Gemeinde Dohma die Umsetzung der erteilten Auflagen beim Eigentümer einfordern. Denn tatsächlich hatten die Bauherren die Auflage erhalten, einen Notgehweg von mindestens 1,20 Metern Breite einzurichten.

Auch beim Thema Parkverbot gibt es Hoffnung. Ein Parkverbot an der Straße Cotta A im Bereich von Hausnummer 35 bis hinter den Mittelgasthof ist von der Gemeindeverwaltung bereits angestrebt und in Arbeit, so Nikitin. Dohmas Bürgermeister Matthias Heinemann habe die Einrichtung eines Parkverbots bei der Straßenmeisterei des Landratsamtes beantragt, da es sich um eine Kreisstraße handelt. Also ist jetzt das Landratsamt am Zuge. Für Ronny Kühnel steht jedenfalls: „Ich bleibe dran. Wir können nicht warten, bis hier das erste Kind überfahren wird. Die Behörden müssen handeln.“

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