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Gefährlicher Asphalt am Kaiserhof

In der Kurve stürzen Mopedfahrer und Autos kommen ins Schleudern. Jetzt hat das Straßenamt die Stelle untersucht.

An der Kurve Dresdner Straße/August-Bebel-Straße heißt es, vorsichtig fahren. Mopedfahrer sind an der Stelle gestürzt. Jetzt hat das Straßenamt den Bereich vor dem Kaiserhof untersucht.
An der Kurve Dresdner Straße/August-Bebel-Straße heißt es, vorsichtig fahren. Mopedfahrer sind an der Stelle gestürzt. Jetzt hat das Straßenamt den Bereich vor dem Kaiserhof untersucht. © René Plaul

Sie waren weder besonders schnell, noch war Schmutz oder Sand auf der Straße zu sehen. Als die beiden Radeberger mit ihrem Moped vor dem Kaiserhof die Kurve fuhren, rutschte plötzlich das Rad weg. Der Fahrer verlor die Kontrolle, im nächsten Moment lagen beide auf der Straße. Die Folgen: Das Knie des Fahrers und die Hand der Sozia verletzt, das Moped kaputt.

Glück im Unglück: Eine Anwohnerin beobachtete den Sturz von ihrer Wohnung aus und eilte den beiden zu Hilfe. Stützt sie beim Aufstehen, bot an, das defekte Moped unterzustellen. Via Facebook bedankt sich die Mutter des Fahrers: „Ich bin sehr dankbar dafür, dass es Leute wie Sie gibt. Für unseren Sohn und seine Freundin war es der erste Sturz und es ging halbwegs glimpflich aus“, schreibt sie. Unverständlich ist für sie das Verhalten anderer Fahrer. „Schade, dass selbst Autofahrer die hinter dem Moped waren, einfach weiter fuhren, sogar noch drumherum kurvten. Im Erste-Hilfe-Kurs wird doch gelernt, wie wichtig die Ansprache der Personen und vor allem das Absichern der Unfallstelle sind, gerade wenn zwei Personen auf der Fahrbahn liegen“, schreibt die Mutter.

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Aber wie kam es zu dem Unfall, waren die beiden doch zu schnell unterwegs? Hat der Fahrer vielleicht in der Kurve zu stark gebremst und rutschte deshalb weg? Oder gibt es einen anderen Grund?

"Es war wie Schmierseife"

Offenbar haben bereits mehrere Auto- und Zweiradfahrer an der Stelle schlechte Erfahrungen gemacht: „Mein Sohn ist am gleichen Wochenende, am Sonnabendnachmittag, auch in dieser Kurve gestürzt. Zum Glück ist Ihm nichts passiert. Aber der Schock saß tief“, schreibt Andrea Haufe. Andreas Martsch sieht sich an der Stelle besonders vor: „Ja, ich bin am Sonnabend wieder mit dem Roller dort entlang gefahren, diesmal sehr langsam und hatte die Füße unten. Es war wie Schmierseife.“ Er vermutet, dass sich dort Oberflächenwasser sammelt und im Zusammenspiel mit Schmutz schmierig wirkt. Selbst mit dem Auto gibt es in der Kurve Schwierigkeiten: „Ich war mit dem Auto unterwegs. Richtung Brauerei hoch. Unten am Kaiserhof, in der Rechtskurve bin ich langsam mit dem Auto. Trotz Tempo 20 sind wir auf die Gegenfahrbahn gerutscht. Zum Glück kam kein Auto entgegen“, schreibt Jette Klein.

Ist also doch die Fahrbahn in dieser Kurve rutschiger, als gewöhnlich? Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) hat nach dem Hinweis eines Anwohners die Stelle jetzt genau untersucht. „Im beschriebenen Bereich der Staatsstraße 95 wurde durch das Lasuv die Oberflächenbeschaffenheit mit deutschlandweit zugelassenen Prüfgeräten untersucht“, teilt Mitarbeiter Franz Grossmann mit. Und die Prüfer wurden fündig. „Es wurde festgestellt, dass die Griffigkeit des Straßenabschnitts mangelhaft ist.“ 

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Zunächst soll an der Stelle mit zusätzlichen Schildern auf die Gefährdung hingewiesen werden, teilt er mit. Das wird zeitnah geschehen. „Auch der Einsatz technischer Verfahren zur Wiederherstellung der Griffigkeit wird erwogen, allerdings kann noch keine belastbare Aussage zum Zeitpunkt der Umsetzung getroffen werden.“ Ein versöhnliches Ende hatte der Mopedunfall der beiden Radeberger dann doch noch. Als Dankeschön für die Hilfe klingelten sie bei der Anwohnerin. Da sie nicht anzutreffen war, steckten sie ihr eine große Packung Schokolade in den Briefkasten. „Danke für diese Aufmerksamkeit, sowas hat man mehr als selten noch heutzutage. Für mich war es selbstverständlich zu schauen, ob es den beiden Personen gut geht“, schrieb die daraufhin.

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