merken
PLUS

Gefährliches Pflaster

Zur Freude von Eltern wird der Nieskyer Ortsteil sicherer für Kinder. Alle Sorgen sind aber noch nicht aus der Welt.

Von Alexander Kempf

Der Abrissbagger frisst sich lautstark durch den alten Stall in See. Das Gebäude nahe der Schule verschwindet Stück für Stück. Für die Ortschaftsräte, die gestern mögliche Gefahrenstellen im Nieskyer Ortsteil besichtigen, ist es ein angenehmer Anblick. „Das klärt sich also von alleine“, sagt Ortsvorsteher Hartmut Schuster zufrieden. Das baufällige Gebäude ist einigen in der Gemeinde ein Dorn im Auge gewesen. Eltern hatten Angst, dass Kinder dort herumstromern könnten. Außerdem mussten wegen der Ruine Rettungswege geändert werden, erzählt Hartmut Schuster. Wenn der Stall verschwunden ist, gibt es ein Gebäude weniger auf der Gefahrenliste.

Anzeige
Gold für alle
Gold für alle

Edelmetalle sind nicht nur als Krisenwährung begehrt. Die Golden Gates Edelmetalle GmbH in Görlitz betreut Anleger in ganz Europa

Wohlwollend nehmen die Ortschaftsräte aus See auch zur Erkenntnis, was der Nieskyer Bauhof in den vergangenen Wochen auf dem Spielplatz nahe der Kirche geleistet hat. Die Füße der hölzernen Spielgeräte sind mit Metall verstärkt worden. „Das ist schon bisschen was besseres“, sagt Ortschaftsrat Gerhard Gebhardt anerkennend. Wie lange die Freude über die Sanierung währen wird, ist indes noch nicht klar. „Die Witterung macht dem Holz zu schaffen. Das fault unten alles weg“, sagt Hubertus Noll. Laut dem Leiter des Nieskyer Bauhofs hat die Instandsetzung über einen Monat gedauert. Nun sind die Spielgeräte wieder sicher. Zu den Kosten kann der Leiter des Bauhofs aus dem Stegreif keine Angaben machen. Beim Holz aber spart die Stadt definitiv Geld. Denn der helle Balken, den der Bauhof bei einem der Spielgeräte ausgetauscht hat, stammt aus der Baumpflege, erzählt Hubertus Noll. Den Sand für den Spielplatz hat ein lokaler Unternehmer gesponsert. „Man muss nur miteinander sprechen“, stimmen die Ortschaftsräte überein. Dann bewege sich auch etwas.

Das Gespräch suchen will gestern auch Andreas Liebschner. Als er die Ortschaftsräte in der Feldstraße in See entdeckt, fährt der Anwohner auf dem Fahrrad vor. Das möchte er gerne Hubertus Noll in die Hand drücken, um ihm zu zeigen, wie dringend der Weg ausgebessert werden müsste. „Fahr‘ mal“, ermuntert er den Leiter des Bauhofs. Doch der lehnt eine Ausbesserung von vornherein ab. „Bei den paar Euro, die wir für die Unterhaltung der Straßen haben, ist das kein Thema“, sagt er. Es gebe bedeutend schlechtere Straßen in der Gemeinde. Andreas Liebscher, der sich auf der kurzen Strecke schon zwei Reifen kaputt gefahren hat, will das nicht geltenlassen. „Ich weiß ja, dass kein Geld da ist. Aber dir fällt ja der Lenker aus der Hand“, sagt der Anwohner. Gerade für Kinder sei der Weg wegen des Pflasters gefährlich.

Andreas Liebschner würde sogar selbst Hand anlegen, um die Gefahrenstelle zu beseitigen. „Gebt mir einen Bagger. Wir machen das selbst“, sagt er voller Elan. Doch Hubertus Noll will nichts versprechen, das er später nicht einhalten kann. „Dann bringt uns wenigstens Kies her“, bittet der Anwohner. Dazu könnte es womöglich kommen. Der Leiter des Bauhofs hat sich den Wunsch zumindest notiert. Besonders bitter ist, dass der Feldweg gemäß Andreas Liebscher gar nicht in so einem schlechten Zustand sein müsste. Er macht zumindest eine Kehrmaschine für das Problem verantwortlich. Sie soll den obersten Belag sprichwörtlich weggeputzt haben.

Das Problem ist erkannt, die Gefahr aber noch nicht gebannt. Also holpert Andreas Liebschner nach Hause. Beide Hände fest am Fahrradlenker.