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Gefängnis zeigt neues Torhaus

Bautzen. Am Sonnabend gibt’s eine einmalige Gelegenheit: Besucher können den fünf Millionen Euro teuren Neubau besichtigen.

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Von Christoph Scharf

An diesen Anblick werden sich die Bautzener erst noch gewöhnen müssen: Neun Meter in die Höhe ragt die Betonwand am neuen Torhaus der Justizvollzugsanstalt (JVA). Die Spitze der Anstaltskirche schaut gerade noch so darüber hinaus. „Die Frontseite werden wir noch farblich gestalten“, sagt Anstaltsleiter Burghart Jäckel. Diese Woche laufen die letzten Abstimmungen für die Farbvariante. „Sie wird zu der sandfarbenen Mauer an den Seiten passen.“

Im Innern sind die Handwerker mit dem fünf Millionen Euro teuren Neubau schon so gut wie fertig. Deswegen gibt es am Sonnabend einen „Tag der offenen Torhaustür“, bei dem sich die Bautzener selbst ein Bild machen können. Durch das rote Tor der Fahrzeugschleuse können die Besucher das Gelände betreten – später ist die Einfahrt Versorgungsfahrzeugen und Gefangenentransporten vorbehalten.

Im Gebäude selbst können die Besucher Sonnabend erfahren, wie Strafvollzug heutzutage aussieht. Im Erdgeschoss findet sich die Anmeldung, wo die Bediensteten mit Panzerglas-Fenstern und Flachbildschirmen den Überblick behalten. Die schweren Türen schwingen auf Knopfdruck auf, dahinter warten Spinde wie in einer Bibliothek: Denn hier melden sich künftig auch die Gäste an, die einen Gefangenen besuchen wollen. Im Obergeschoss haben sie Gelegenheit dazu. Zwischen langen Gängen befinden sich die Besucherzimmer. Teils sind sie mit einer Glasscheibe und Sprechanlage getrennt, teils auch als Gruppenraum aufgebaut, in dem 30 Leute gleichzeitig an kleinen Tischen Platz haben.

So offen wie am Sonnabend wird sich das Torhaus nie wieder zeigen: In den nächsten Wochen geht es in Betrieb, ab dann ist es für die Öffentlichkeit weitgehend tabu.