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Gefahr für Kinder am Hüblerplatz

Vom Spielplatz zur Frankenstraße müssen Familien extrem aufpassen. Seit drei Jahren prüft die Stadt die Stelle – ergebnislos.

Von Tobias Wolf

Christoph Leutzsch will keine Panik machen. Doch eine Sorge treibt den 37-jährigen Vater täglich um: der Übergang vom Spielplatz am Hüblerpark in Richtung Frankenstraße. Dutzende Eltern kommen jeden Tag in die kleine Grünanlage, um dort mit ihrem Nachwuchs zu spielen oder andere Eltern zu treffen. Doch der Weg dorthin ist Leutzsch zufolge kreuzgefährlich. Denn der Übergang über die Hüblerstraße sei für Autofahrer, die aus Richtung Bergmannstraße kommen, kaum einzusehen. Große Büsche versperren die Sicht.

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„Erst nach dem Abbiegen können sie sehen, ob jemand über die Straße geht, und dann ist es eigentlich schon zu spät“, sagt Leutzsch. „Dazu kommt, dass die Autofahrer sehr schnell um die Ecke kommen, weil die Hüblerstraße eine Tempo-50-Strecke ist.“ Zudem sei dort vor allem im Berufsverkehr viel los, eine Zeit, in der auch viele Eltern nach der Arbeit mit ihren Sprösslingen zum Spielplatz gehen. Sie kommen Leutzschs Lebensgefährtin Beate Streit zufolge dann kaum noch über die Straße. Die 37-Jährige hat sich deshalb Ende 2010 an die Stadt gewandt – vergeblich. Bisher habe sie keine Antwort bekommen, beklagt Streit. Die Querung der Hüblerstraße müsse jedoch entschärft werden, weil sie gleichzeitig Schulweg für die Kinder der 63. Grundschule ist. Denkbar sei dies durch die Einrichtung einer Tempo-30-Zone, sagt Partner Christoph Leutzsch. Auch eine Mittelinsel, über die man sich durch den dichten Verkehr hangeln könne, sei eine Möglichkeit. „Ein Zebrastreifen wäre wohl das Sicherste“, sagt Leutzsch.

Im Rathaus ist das Problem schon länger bekannt, sagt Straßenbauamtschef Reinhard Koettnitz. Deshalb sei im vergangenen Jahr am Hüblerplatz gezählt worden. Ergebnis: Die Menge der Fußgänger im Verhältnis zu den Autos sei nicht erheblich. Deshalb sei der Übergang auch nicht in die städtische Liste dringend benötigter Mittelinseln aufgenommen worden, so Koettnitz weiter. Dennoch werde nun geprüft, ob eine bauliche Lösung möglich ist.

Die Einrichtung einer Tempo-30-Zone schließt das Rathaus jedoch aus, weil die Hüblerstraße eine Vorfahrtsstraße ist, auf der Busse unterwegs sind und die für den Wirtschaftsverkehr wichtig sei. Dass Beate Streit bis heute keine Antwort der Behörde bekommen hat, liege daran, dass dazu eben noch keine Entscheidung getroffen wurde, so Koettnitz. Nun solle die Blasewitzerin „zeitnah“ einen Zwischenbescheid bekommen – nach über drei Jahren.