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Gefahr für Ottendorfer Grundschüler

Ende Mai soll der zweite Bauabschnitt der B 97 beginnen. Die geplante Umleitung führt direkt an der Schule vorbei.

© Thorsten Eckert

Von Nadine Steinmann

Dutzende Laster sollen demnächst über die Radeburger Straße und die Bahnhofstraße in Ottendorf-Okrilla rollen. Denn Ende Mai will das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) unter Vollsperrung mit dem zweiten Bauabschnitt der Bundesstraße 97 beginnen. Dieser umfasst die Strecke zwischen dem Ottendorfer Südbahnhof und der Kreuzung mit der S 177 (Radeberger-/Radeburger Straße). Die geplante Umleitung ruft nun vor allem besorgte Eltern auf den Plan, denn die Schwertransporter würden direkt vor der Grundschule entlangfahren. Die Sicherheit der Kinder sei damit nicht mehr gewährleistet, ist sich eine junge Mutter sicher, die sich deswegen bei der Sächsischen Zeitung gemeldet hat, jedoch anonym bleiben möchte.

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Die Ottendorfer Grundschule liegt direkt an der Radeburger Straße. Eine junge Mutter sieht mit der geplanten Umleitung eine große Gefahr für die Kinder.
Die Ottendorfer Grundschule liegt direkt an der Radeburger Straße. Eine junge Mutter sieht mit der geplanten Umleitung eine große Gefahr für die Kinder. © Thorsten Eckert

Bereits im Vorfeld hatte sie mit der Gemeinde Kontakt aufgenommen. Da es sich bei der Baumaßnahme allerdings um eine Bundesstraße handelt, hat die Verwaltung keinerlei Handlungsspielraum. Deswegen hat sich die Ottendorferin direkt bei der Unteren Verkehrsbehörde des Landratsamtes Bautzen gemeldet. „Mein Anliegen bezüglich einer Intervention seitens des Landratsamtes wurde abgeschmettert mit der Begründung, dass wir als Eltern dafür zuständig wären, dass die Kinder wissen, wie sie sich im Straßenverkehr zu verhalten haben“, erklärt die besorgte Mutter gegenüber der SZ. Das Problem: Die Kinder können zwar gut über den Straßenverkehr und seine Regeln Bescheid wissen, doch sobald ein ortsunkundiger Lasterfahrer oder Pkw-Fahrer mal nicht genau aufpasst, kann es schnell zu einem Unfall kommen. Die Leidtragenden sind in jedem Fall die Kinder. Deswegen wollte sich die Mutter erkundigen, ob es während der Umleitungszeit möglich ist, eine 30er-Zone, eine Ampel oder Schülerlotsen einzusetzen.

Zebrastreifen sei ausreichend

Jeglicher Vorschlag wurde allerdings von dem Mitarbeiter der Verkehrsbehörde abgewiesen, erzählt die Ottendorferin. Die Begründung: Direkt vor der Schule ist ein Zebrastreifen. Dieser sei völlig ausreichend und die Eltern könnten froh sein, dass dieser überhaupt vorhanden ist – so die Aussage des Mitarbeiters. Außerdem hätte sich an dem besagten Zebrastreifen noch kein Unfall ereignet. Eine Aussage, die falsch ist, wie die junge Mutter erklärt. Sie selbst war bereits Zeugin eines Unfalls an eben jener Stelle und auch Schulleiter Uwe Feierabend erinnert sich an einen Vorfall aus dem vergangenen Schuljahr. „Dabei wurde ein Kind angefahren. Es ist zum Glück nichts Schlimmeres passiert, der Junge war wenige Tage später wieder in der Schule“, erzählt er. Doch solche Vorfälle könnten sich häufen, wenn wie geplant ab Ende Mai Hunderte zusätzliche Fahrzeuge vor der Schule entlangfahren. „Eine kleine Ampel würde bei der Summe, die für die Sanierung der B 97 investiert wird, doch gar keinen großen Unterschied mehr machen“, ist sich die Ottendorfer Mutter sicher.

Tatsächlich sollen nach Angaben von Isabel Siebert, Sprecherin des Lasuvs, erneut eine Million Euro in das Vorhaben an der Bundesstraße 97 fließen. Die Bauarbeiten könnten Ende November beendet sein. Sprich: Ein halbes Jahr donnern die Laster- und Pkw-Fahrer, die sonst über die B 97 fahren, direkt an der Schule vorbei. Mithilfe der Elterninitiative der Grundschule, den Elternsprechern sowie einigen Gemeinderäten, mit denen die Mutter bereits gesprochen hat, möchte sie nun eine Lösung für das anstehende Problem finden. Noch sei genügend Zeit dafür, doch man müsse das Problem bereits jetzt thematisieren.

Auch 2017 wird gebaut

Den ersten Bauabschnitt der B 97, zwischen der Bergstraße und dem Ottendorfer Ortsausgang an der Laußnitzer Heide, ließ das Lasuv zwischen Mai und Ende November des vergangenen Jahres auf Vordermann bringen. Nach den anstehenden Arbeiten in diesem Jahr soll 2017 noch das Nadelöhr an der sogenannten Hirschkurve ausgebaut werden.