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Gefahr in Verzug auf Glaubitzer Friedhof

An der Kirche brechen zwei riesige Äste einer alten Eiche ab. Auf der Straße daneben fährt der Schulbus. Muss der Baum nun gefällt werden?

Ein Teil des unteren Friedhofs in Glaubitz ist abgesperrt. Dort waren Äste einer Eiche abgebrochen.
Ein Teil des unteren Friedhofs in Glaubitz ist abgesperrt. Dort waren Äste einer Eiche abgebrochen. © Jörg Richter

Glaubitz. Schock für die Friedhofsmitarbeiter am Mittwochmorgen. Da liegen zwei  Äste am Eingangsbereich des unteren Friedhofs. Sie sind riesig und bedecken mehrere Gräber. In der Nacht zuvor sind die dicken Äste von einer alten Eiche abgebrochen, obwohl gar kein Sturm war. 

"Die Schäden halten sich in Grenzen", sagt der Glaubitzer Pfarrer Martin Scheiter. Lediglich der Schaukasten der Kirchgemeinde wurde von einem der Äste getroffen und liegt am Boden. Außerdem sei ein Grabstein aus der Fassung gedrückt worden. Doch das lässt sich leicht reparieren. "Wir haben Glück gehabt, dass niemand auf dem Friedhof war, als die Äste herunterkamen", so der Pfarrer. Das hätte schlimmer ausgehen können.

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Mittlerweile sind die Äste zersägt und zur Seite geräumt worden. Der Bereich unter der Eiche wurde aber abgesperrt. "Es ist eigentlich ein schöner, alter Baum", sagt Scheiter. "Wenn wir Pech haben, muss er aber ganz weg."

Tatsächlich herrscht so etwas wie Gefahr in Verzug. Denn der Baum ist an der Stelle, wo die Äste abgebrochen sind, morsch. "Wir haben Bedenken, dass jederzeit ein anderer Ast herunterfällt und Menschen verletzt", sagt Jörg Münzinger vom Nünchritzer Ordnungsamt. Er habe bereits das Kreisumweltamt in Großenhain kontaktiert. Möglicherweise muss die alte Eiche gefällt werden. Münzinger sagt: "Es wäre zwar schade um diesen Baum, aber wir sind als zuständige Polizeibehörde für die Sicherheit der Leute verantwortlich."

Normalerweise sei das Sache der Kirchgemeinde Zeithain. Doch die riesige Krone der Eiche ragt über den Friedhofszaun hinweg und in den öffentlichen Straßenbereich hinein. Davor verläuft die Kirchgasse, auf der u. a. Kinder und Jugendliche mit dem Fahrrad zur Schule nach Nünchritz fahren und wieder zurück. Auch der Schulbus kommt hier entlang. Nicht zu vergessen, die vielen Leute, die zum Blumengießen auf den unteren und oberen Friedhof wollen.    

Der Glaubitzer Landschaftsgärtner Lutz Hönicke hat die Äste zersägt. Er ist auch Baumgutachter und hat festgestellt, dass es sich bei der Eiche um mindestens zwei, wenn nicht sogar drei ineinander verschlungene Bäume handelt. Deshalb sei auch das Alter des Gewächses schwer zu bestimmen. 

"Dramatisch einkürzen - da führt kein Weg vorbei"

Er spricht sich gegen eine Fällung aus. "Die Eiche sollte auf alle Fälle erhalten bleiben", sagt Hönicke. "Allerdings müssen die Äste dramatisch eingekürzt werden. Da führt kein Weg vorbei." Das sei nicht nur für die Äste, die in Richtung Straße zeigen, notwendig, sondern in alle Himmelsrichtungen. Die riesige Baumkrone ragt auch über ein Nachbargrundstück und das dazugehörige Haus.

Der Baumgutachter hat auch einen Verdacht, warum die Äste abgebrochen sind. Die Bruchstellen seien verpilzt. Vor vielen Jahren muss schon einmal ein Ast abgesägt worden sein, aber mit der glatten Schnittfläche nach oben. Dadurch sei Regenwasser auf die Schnittfläche getropft und habe den Baum nach und nach morsch werden lassen.

Wie aus dem Nünchritzer Ordnungsamt zu erfahren war, sollen in der kommenden Woche weitere Äste vorsichtshalber gestutzt werden. Sehr wahrscheinlich am nächsten Sonnabend, da weniger Linienbusse unterwegs sind und die Kirchgasse zeitweise gesperrt werden muss.   

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