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Gefahrenquelle in Hennersdorf soll weg

Die Ruine der Alten Schmiede ist ein ständiges Ärgernis. Mit einer Petition fordern Bürger das Rathaus zum Handeln auf.

Von Regine Schlesinger

Die Stadtverwaltung ist noch mit einer Petition aus Ulberndorf für eine private Kita im Ort beschäftigt, da flattert schon die nächste Aufforderung ins Rathaus. Sie kommt aus Hennersdorf, trägt 268 Unterschriften und betrifft die Ruine der alten Schmiede, die direkt an der B 171 liegt und gleichermaßen einen Schandfleck wie eine Gefahrenquelle darstellt.

Late Night Shopping Dresden
Late Night Shopping Dresden
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Zur langen Einkaufsnacht unter dem Motto "Late Night Shopping" lädt das City Management Dresden am Freitag, 2. Oktober, in die Dresdner Innenstadt ein. Vom Neumarkt an der Frauenkiche bis zur Prager Straße beteiligen sich zahlreiche Händler und die großen Einkaufsgalerien an der Aktion.

Der Hennersdorfer Ortschaftsrat ist der Initiator dieser Petition. Ihn treibt die Sorge um, dass die bisher in dieser Sache unternommenen Schritte vergeblich gewesen sein könnten und der Ort noch lange mit dieser Ruine leben muss. Seitdem das Gebäude mit Netzen gesichert ist, sei es für die aus dem Niederdorf kommenden Kraftfahrer und Fußgänger aufgrund der schlechteren Sicht noch schwieriger geworden, über die Straße zu kommen. Mit ihrer Petition fordern die Hennersdorfer die Stadtverwaltung daher auf, rasch zu handeln. Der erste Schritt sollte sein, dass die Stadt die alte Schmiede erwirbt. Einen Termin für die Zwangsversteigerung gab es bereits im Februar. Er verstrich allerdings ergebnislos, da niemand, auch die Stadt nicht, ein Gebot abgab. Diesen Termin hatte noch im alten Jahr die Gemeinde Schmiedeberg in die Wege geleitet. Der Noch-Eigentümer steht bei ihr in der Kreide und ist nicht mehr auffindbar gewesen. Deshalb konnte sie die Zwangsversteigerung beantragen.

Stadt muss Eigentümer werden

Jetzt ist aus Sicht der Hennersdorfer die Dippser Stadtverwaltung am Zug, den zweiten Versteigerungstermin zu beantragen. „Die Stadt muss Eigentümer werden. Solange die alte Schmiede noch Fremdeigentum ist, kann die Stadt gar nichts machen“, erklärt Stadtrat Henry Krenz (Freie Wähler), der auch im Hennersdorfer Ortschaftsrat sitzt. Das heißt, etwas muss die Stadt schon tun. Sie muss sich darum kümmern, dass von der Ruine keine Gefahr ausgeht. Das kostet. Henry Krenz spricht von 300 Euro, die allein die Netze für die Gebäudesicherung monatlich verschlingen.

Doch die Stadt tut sich schwer damit, Eigentümerin der alten Schmiede zu werden. Denn einem Abriss, so augenscheinlich er auch für jeden Betrachter der Ruine sein mag, will der Denkmalschutz nicht zustimmen. Erwirbt Dipps die alte Schmiede, hat sie die Ruine am Hals, ohne zu wissen, was damit geschehen soll. Abreißen darf sie das Gebäude nicht. Der Umbau für eine neue Nutzung, falls es dazu überhaupt Vorstellungen geben sollte, würde viel Geld verschlingen, das nicht da ist. OB Ralf Kerndt (Freie Wähler) will daher zunächst noch einmal Verbindung mit dem Denkmalamt aufnehmen, um in Erfahrung zu bringen, ob die Aussage zum Abriss, die bei einem Vor-Ort-Termin gemacht wurde, Bestand hat. Bei diesem Termin sei das Gebäude nur von außen besichtigt worden. Außerdem hat die Behörde angekündigt, selbst den Kontakt mit dem Eigentümer zu suchen. Auch da steht das Ergebnis noch aus. „Fakt ist, das einzige Konzept, das es für das Gebäude gibt, der Abriss, geht nicht auf“, betont Kerndt.

Henry Krenz sieht die Kiste allerdings nicht ganz so verfahren. Man müsse noch einmal mit dem Denkmalschutz verhandeln, sagt aber er auch. Grundlage sollte ein Gutachten zum Gebäude sein. Ein Bürger aus dem Ort sei bereit, ein solches Gutachten zu erarbeiten, versichert er. Es sei illusorisch zu hoffen, dass jemand kommt und aus der Schmiede etwas machen will. Wenn das Gebäude nicht so unmittelbar an der Bundesstraße liegen würde, sähe das vielleicht anders aus, vermutet er. „Und selbst wenn jemand kommt, der auf der Suche nach einem alten Gebäude ist, gibt es davon im Ort noch mehr.“