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Löbau

Gefangen in der Tiefgarage

Weil er kein Kleingeld hat, kann ein Löbauer sein Auto nicht aus der Tiefgarage fahren. Doch der Betreiber hat bereits eine moderne Lösung.

Der Kassenautomat der Löbauer Tiefgarage akzeptiert nur Hartgeld.
Der Kassenautomat der Löbauer Tiefgarage akzeptiert nur Hartgeld. © © Markus van Appeldorn

Gemessen an großstädtischen Verhältnissen gibt's Parkplätze in Löbau wirklich zum Spottpreis. So etwa im Parkhaus am Einkaufszentrum in der Zollstraße. Gerade einmal 50 Cent kostet die Stunde und für das Ganztagesticket sind 2,70 Euro fällig. 

Doch das Konzept "Viel Parkplatz für wenig Geld" kann sich mitunter auch als lästiger Nachteil erweisen. Der Kassenautomat im Tiefgeschoss ist auf großes Geld - und sei es bloß eine 5-Euro-Banknote - nicht eingerichtet. Die Maschine akzeptiert nur Münzgeld ab zehn Cent.

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Den Löbauer Joachim Herrmann machte dieser Umstand nun zum unfreiwilligen Gefangenen der Parkgarage - oder jedenfalls sein Auto. Während einer Zugfahrt nach Berlin hatte Herrmann sein Auto in der Tiefgarage abgestellt. Gegen 22 Uhr kehrte er aus der Hauptstadt zurück. "So gut ich in das (Park)Haus gekommen, so schwer wurde es herauszukommen", schreibt Herrmann der SZ. Zwar habe er genügend Geld für die anfallende Parkgebühr dabei gehabt - fand aber am Kassenautomaten nur einen Einwurfschlitz für Münzen, keinen für seinen Schein.

Erst habe er den am Automaten angegebenen Notfalldienst angerufen. Doch der habe nicht helfen können. Zweiter Versuch: "Der Taxifahrer war sehr freundlich, nur hatte auch er nicht genügend Kleingeld", schreibt Herrmann weiter. Schließlich habe man ihm in einem Dönerladen in der Nachbarschaft mit genügend Kleingeld aushelfen können. "So konnte ich mit einer Verspätung von 1,5 Stunden mein Auto freikaufen", so Herrmann.

Joachim Herrmann beklagt sich über die mangelnde Nutzerfreundlichkeit des Hauses. Doch eine Lösung naht. Das Dresdner Immobilien-Unternehmen WIP-Dresden hat das Areal mit Einkaufszentrum und Parkhaus jüngst erworben (SZ berichtete). Danach hat der neue Eigentümer auch die Beleuchtung im Parkhaus erneuert. 

Projektleiterin Linda Rädler von der WIP-Dresden kennt das Problem mit dem Kassenautomaten. Ein anderes Modell, das auch Scheine annimmt, ist nicht vorgesehen.  Aber: "An der Ausfahrschranke wird demnächst ein System installiert, das eine Kartenzahlung erlaubt", so Linda Rädler auf SZ-Nachfrage. Akzeptiert würden dort alle gängigen Bank- oder Kreditkarten. "So können die Kunden praktisch, schnell und ohne Kleingeld direkt an der Ausfahrt zahlen", sagt sie.

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