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Gefangene bleiben in Quarantäne

Die Testergebnisse von acht Inhaftierten der JVA Waldheim liegen vor. Es wurden die Sicherheitsvorkehrungen erhöht.

Die JVA Waldheim (Symbolbild).
Die JVA Waldheim (Symbolbild). © Archiv/Dietmar Thomas

Waldheim. Nachweislich ein Bediensteter der Justizvollzugsanstalt (JVA) Waldheim hat sich mit der neuartigen Lungenkrankheit infiziert. Daraufhin sind alle Kollegen und acht Gefangene der sogenannten Seniorenstation, die mit ihm zu tun hatten, in Quarantäne schickt und getestet worden.

„Die Ergebnisse liegen seit Sonnabend vor“, sagte Michaela Tiepner am Montag. Sie ist unter anderem für die Öffentlichkeitsarbeit in der Anstalt zuständig. Nach ihren Angaben sind alle Test bei den Gefangenen negativ ausgefallen. „Was die Ergebnisse der Mitarbeiter betrifft, gehen die zum Gesundheitsamt. Darüber kann ich keine Auskunft geben.“

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Michaela Tiepner zufolge befinden sich die betreffenden Insassen und auch die Kollegen nach wie vor in Quarantäne. Für die Häftlinge heißt das, sie dürfen für die Zeit der Isolierung ihre Zellen nicht verlassen. Das gemeinsame Einnehmen von Mahlzeiten und der Aufenthalt im Hof seien tabu.

Über den Ausgang der Tests sei die Einrichtung erleichtert. Gleichwohl sei man sich bewusst, dass sich die Situation mehr oder weniger rasch ändern könne. Immerhin befinden sich derzeit mehr als 300 Gefangene in den verschiedenen Häusern der JVA Waldheim. „Wir haben hier vorsorglich eine Isolierstation eingerichtet“, sagte Michaela Tiepner. Eine darüber hinausgehende Krankenstation gebe es allerdings nicht.

Erhöht worden seien auch die gesundheitlichen Sicherheitsvorkehrungen. „Wir haben vorsorglich Schutzmasken verteilt. Ob er die nutzt oder darauf verzichtet, das bleibt aber jedem selbst überlassen“, so die JVA-Sprecherin.

Zur Corona-Vorsorge dürfen Gefangene schon seit mehr als zwei Wochen keinen privaten Besuch mehr bekommen. Sie sind angehalten, genau wie die Leute draußen Abstand zu halten, sich häufig die Hände zu waschen. „Insgesamt ist das auch für uns eine außergewöhnliche Situation“, sagte Michaela Tiepner. 

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Dabei habe auch die Einrichtung in Waldheim durchaus Erfahrung im Umgang mit Viruserkrankungen und dem entsprechenden Schutz vor Ansteckungen. Im sächsischen Vollzug sei es nicht das erste Mal, dass sich Mitarbeiter oder Insassen mit einem Virus infizieren. Darüber hatte Jörg Herold, Sprecher des Sächsischen Justizministeriums, Sächsische.de, auf Anfrage informiert.

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