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Gegen 17 Asylbewerber laufen Gerichtsverfahren

Zittau. Ganz so ruhig, wie der Landkreis denkt, geht es in seinem Übergangsheim für Asylbewerber in Zittau-Ost doch nicht zu: Mindestens ein- bis zweimal im Monat muss die Polizei anrücken. „Allen diesbezüglichen...

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Zittau. Ganz so ruhig, wie der Landkreis denkt, geht es in seinem Übergangsheim für Asylbewerber in Zittau-Ost doch nicht zu: Mindestens ein- bis zweimal im Monat muss die Polizei anrücken. „Allen diesbezüglichen Aufträgen ging eine Mitteilung über ruhestörenden Lärm voraus, welcher seine Ursache offensichtlich in alkoholbedingten Auseinandersetzungen zwischen den Asylbewerbern hatte“, teilte Polizeisprecher Uwe Horbaschk auf SZ-Anfrage mit. „Gelegentlich wurden dabei dann auch durch Asylbewerber begangene Sachbeschädigungen an Türen und Fenstern oder untereinander begangene Körperverletzungen festgestellt und angezeigt.“ Das schwerste Verbrechen war eine gefährliche Körperverletzung mit einem Messer, als Ergebnis des Streites um eine Frau. „Die häufigsten Einsätze gehen von der Polizei selbst aus, indem nach Abschluss des Asylverfahrens die Abschiebungen zu realisieren sind“, so Horbaschk. Er betont aber, dass die Liberecer Straße 14 und 16 keinen Kriminalitätsschwerpunkt für die Polizei darstellt.

Das Amtsgericht beschäftigt sich mit Anklagen gegen 17 Asylbewerber. Ein Serbe, zwei Afghanen und eine Vietnamesin sollen gegen das Ausländergesetz verstoßen haben. Zwei Mazedoniern, zwei Afghanen und neun Tunesiern werden insgesamt 15 Diebstähle vorgeworfen. „Üblicherweise ist es so, dass die erste Tat nicht zu Gericht geht“, sagte ein Sprecher. Diese Verfahren würden eingestellt oder mit einer Geldstrafe geahndet.

Bei einem SZ-Interview mit dem zuständigen Amtsleiter des Landratsamtes („Asylbewerber haben sich gut in Zittau eingelebt“, 9. November) war der Eindruck entstanden, dass es keine Probleme gibt. Dagegen hatten mehrere Leser bei der Redaktion protestiert. (SZ/tm)