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Gegen das Vergessen

Heute vor 60 Jahren mussten 26 000 Menschen ihre Koffer packen und innerhalb von zwei Stunden ihre Heimat verlassen. 26 Orte östlich der Neiße der Amtshauptmannschaft Zittau fielen an Polen. „Jeder Deutsche...

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Von Matthias Klaus

Heute vor 60 Jahren mussten 26 000 Menschen ihre Koffer packen und innerhalb von zwei Stunden ihre Heimat verlassen. 26 Orte östlich der Neiße der Amtshauptmannschaft Zittau fielen an Polen. „Jeder Deutsche kann so viel mitnehmen, wie er tragen kann“, hieß es im Befehl des polnischen Garnisionskommandanten. Eine Vertreibung, die bundesweit nicht wahrgenommen wird – auch nicht vom Bund der Vertriebenen.

„Gegen das Vergessen“ nennt sich daher die Dauerausstellung, die der Heimatverein Reichenau und Umgebung in Zittau (noch) zeigen kann. Gegen das Vergessen – dieser Gedanke trug auch die jetzt beendete SZ-Serie „Zeitzeugen“. In den vergangenen Wochen und Monaten schilderten SZ-Leser ihre Gedanken, Erinnerungen und Erlebnisse aus den letzten Kriegstagen. Das Echo war überwältigend. Vielen herzlichen Dank!

Bewegend, emotional, zum Teil drastisch sind die Berichte, die unsere Redaktion erreichten. Einige Texte kamen unter großen Schwierigkeiten zu Stande, dem Alter der Schreiber geschuldet. Und mancher, wie Walter Stange aus Zittau, erlebte die Veröffentlichung nicht mehr. In allen Fällen wird spürbar: Den Verfassern war es ein Bedürfnis, sich ihre Erinnerungen von der Seele zu schreiben, sie anderen, der jüngeren Generation weiterzugeben – als ihren ganz persönlichen Beitrag gegen das Vergessen.