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Gegenwehr in eigener Partei

Die Landtagsabgeordnete Andrea Dombois (CDU) lehnt härtere Jugendstrafen ab.

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Von Regine Schlesinger

Die CDU-Landtagsabgeordnete Andrea Dombois aus Paulsdorf meldete sich zum Beitrag „Wegschließen – die Lösung?“ (SZ vom 14. Januar) zu Wort. In dem Beitrag, der die gegenwärtige Debatte um ein schärferes Jugendstrafrecht aufgriff, sprach sich Bundestagsmitglied Klaus Brähmig, Parteikollege von Andrea Dombois, deutlich für Veränderungen der Strafgesetzgebung aus.

„Die erneute Diskussion zur Verschärfung des Jugendstrafrechtes ist nach meiner Auffassung zum gegenwärtigen Zeitpunkt unangemessen“, widerspricht Dombois dem Bundestagsabgeordneten aus Königstein. Statt über härtere Strafen nachzudenken, plädiert sie dafür, diejenigen freien Träger der Jugendarbeit weiter zu unterstützen, die durch ihre Sozialarbeit verhindern, dass Jugendliche und Heranwachsende straffällig werden.

Dombois verweist weiter darauf, dass Sachsen erst im Dezember 2007 ein Jugendstrafgesetz verabschiedet hat. Es enthalte klare Regelungen für Vollzugsmaßnahmen in Form von Bildung, Ausbildung, Arbeit und sinnvoller Freizeitgestaltung, aber auch Sanktionsmaßnahmen für diejenigen, die gegen diese Regelungen verstoßen.

Nach der Haft kümmern sich freie Träger der Jugendhilfe, Bewährungshelfer und andere um die Wiedereingliederung, damit Rückfälle möglichst verhindert werden, ergänzt die Abgeordnete.