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Geheime Kinderstube für Fledermäuse

In Königshain können die Tiere gleich an mehreren Orten beobachtet werden.

Von Constanze Junghanß

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Der NeißePark in Görlitz hat sich für den 14. September etwas ganz Besonderes ausgedacht.  Verwöhnprogramm inklusive.

In der Kinderstube hat sich ein Haufen Dreck angesammelt. Bodo Plesky reinigt die Fledermauskästen jetzt im Winter. Zwei tote und bereits mumifizierte Jungtiere, winzig wie die Fingerkuppe, werden dabei entdeckt. Warum sie nicht überlebten, ist unklar. „Aber auch nicht ungewöhnlich bei den vielen Tieren, die ansonsten hier Unterschlupf finden“, sagt der Experte.

© sz/wolfgfang wittchen

Momentan sind die Fledermäuse gar nicht da. Erst im Frühsommer, so Bodo Plesky, ziehen die kleinen Säugetiere wieder in den Spitzboden der Kulturscheune auf dem Barockschlossgelände Königshain ein. „Sie überwintern nicht hier. Sondern in Kellern und Höhlen vor allem des Zittauer Gebirges und Erzgebirges“, so der ehrenamtliche Naturschützer. Einige bleiben aber in der Nähe. Das nur einen Katzensprung entfernte Wasserschloss bietet den Tieren im Keller Quartier. Dort haben sie sich in den Hohlziegelsteinen einquartiert und hängen kopfüber in ihren selbst gewählten Behausungen. Nur, wenn Bodo Plesky mit der Taschenlampe in die Ziegel leuchtet, sieht man die winzigen Fellbüschel. Drei sind es auf den ersten Blick. Und der Fachmann erkennt in ihnen das „Große Mausohr“. Auch hinter der Zwischendecke schlummern die Flugtiere. Zu sehen oder zu hören sind sie aber nicht. Erst wenn es wärmer wird, kommen die Nachtschwärmer wieder zusammen. Dann sind sie auch in Königshain zu beobachten.

Als Wochenstube und damit für die Geburt und Aufzucht der Jungen haben drei Fledermausarten den Spitzboden der Kulturscheune auserkoren. Seit vielen Jahren ist das so. Allerdings wissen das nur wenige. Denn die Tür, hinter der sich das Quartier verbirgt, bleibt geschlossen. Die eher scheuen Tiere brauchen ihre Ruhe. Auf dem Spitzboden haben sie mehrere große Holzkästen als Rückzugsmöglichkeit. Um die 120 Flatterer sind in ihnen versammelt. Vorwiegend Fransenfledermäuse, wie Bodo Plesky weiß. Aber auch vereinzelt Langohrfledermäuse und die große Mausohrfledermaus wurden schon gesichtet.

Der 41-Jährige und sein Vater Winfried kümmern sich ehrenamtlich um die Tiere. Bereits vor über zehn Jahren wurde das Quartier „fledermausgerecht“ auf dem Spitzboden errichtet. Hintergrund war, dass immer wieder vereinzelte Tiere im Gebäude beobachtet werden konnten. Durch den später abgegrenzten Bereich nahmen im Laufe der Zeit immer mehr Fledermäuse die Wochenstube zur Aufzucht des Nachwuchses an. Beringt werden die Tiere nicht. „Zwar stehen die meisten Fledermausarten immer noch auf der Roten Liste für bedrohte Tiere“, sagt Bodo Plesky. Allerdings sei der Bestand in der Region nicht gefährdet.

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