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Geheimnis um Bergbau gelüftet

Im Mai wurden unterirdische Stollen in Rabenau freigelegt. Ihre Spur führt weit in die Vergangenheit.

Bei den Erschließungsarbeiten für das neue Wohngebiet in Rabenau machten Bauarbeiter einen historischen Fund.
Bei den Erschließungsarbeiten für das neue Wohngebiet in Rabenau machten Bauarbeiter einen historischen Fund. © Karl Ludwig-Oberthür

Im Auftrag eines Privatinvestors führt die Direktion Sachsen/Thüringen der Strabag AG zurzeit die Erschließungsarbeiten für das Wohngebiet „Talblick“ an der Obernaundorfer Straße in Rabenau aus. Bei Aushubarbeiten für ein Regenrückhaltebecken wurden dabei im Mai unterirdische Stollen freigelegt.

Das umgehend informierte Oberbergamt in Freiberg teilte mit, dass es sich um bergmännischen Vortrieb handelt, aber dieser weniger dem Abbau von Bodenschätzen diente. Eine genauere Untersuchung wurde angesetzt. Diese ergab, dass der 320 Meter lange Stollen unter der August-Bebel-Straße bis zur Kreuzung Obernaundorfer Straße führt. „Bei dem Stollensystem handelt es sich mutmaßlich um eine historische Wasserversorgung. Diese hatte primär nichts mit dem Bergbau zu tun, wurde aber größtenteils bergmännisch mit ,Schlägel und Eisen‘ aufgefahren. Über den Entstehungszeitraum können wir keine Aussage treffen“, so das Oberbergamt auf SZ-Nachfrage. Bürgermeister Thomas Paul (CDU) kann dazu nähere Auskunft geben. Denn kommunale Archive wurden gesichtet und tatsächlich fanden sich sowohl in den Erinnerungen und Unterlagen aber auch in der Chronik von Konrad Grüttner Hinweise auf den möglichen Ursprung. Beim Abriss des Hauses an der Obernaundorfer Straße 1, das bis 1996 direkt an der Kreuzung Freitaler Straße/Obernaundorfer Straße stand, tauchte bereits eine Art Mundloch auf, das beim grundhaften Ausbau der Obernaundorfer Straße verrohrt und an die Straßenentwässerung angeschlossen wurde. In der Chronik steht dazu: 

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„Rechts neben dem Bürgermeisterhaus (Johann Gotthelf Weise), in der Mauer an dem Weg nach Obernaundorf, gähnte das schwarze Mundloch eines Stollens. In ihm lag ein hölzernes Rohr (seit 1871 ein Bleirohr), das das gute Quellwasser von den Läusewiesen in die Stadt brachte und die erste – 1832 gebaute – rabenauische Wasserleitung darstellte.“

Der nun wiederentdeckte Stollen wurde mittlerweile verfüllt beziehungsweise mit einer wasserführenden Drainage versehen. Das unterirdische Regenrückhaltebecken konnte planmäßig in die Erde gesetzt werden.

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