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Das Geheimversteck in den Ochelwänden

Die Felslandschaft des Elbsandsteingebirges ist reich an Höhlen. Das nutzte offenbar auch eine politische Partei für sich.

Die Felsenwelt der Sächsischen Schweiz bietet viele Versteckmöglichkeiten. Jetzt wurde ein Fund aus den 1930er-Jahren gemacht.
Die Felsenwelt der Sächsischen Schweiz bietet viele Versteckmöglichkeiten. Jetzt wurde ein Fund aus den 1930er-Jahren gemacht. © Foto: Schwarz-Rote Bergsteiger

Bei einer Klettertour in den Ochelwänden in Kohlmühle bei Hohnstein haben zwei Bergsteiger offenbar ein Materialversteck der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) Kohlmühle aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. Die Unterlagen wurden dem Landesamt für Archäologie übergeben. Dort wird das Ganze nun weiter untersucht.

Die beiden Bergsteiger seien in den oberen Ochelwänden unterwegs gewesen. Auf einem abseitigen Wildschweinpfad fanden sie Papierfetzen auf dem Boden, erzählt Steve Potyka, Pressesprecher der Schwarz-Roten Bergsteiger. Die Schwarz-Roten Bergsteiger sind nach eigenen Angaben eine Arbeitsgruppe der Freien Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union (FAU). Dabei handelt es sich laut dem Landesamt für Verfassungsschutz Sachsen um eine linksextreme Bewegung von Anarchosyndikalisten. Nach ihren Bestrebungen soll der Staat zerschlagen werden und an dessen Stelle eine Föderation basisdemokratischer Gewerkschaften treten.

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Potyka war selbst bei der Klettertour dabei. "Die Art des Papieres und ein paar Schlagworte auf den Papierfetzen weckten in mir schnell die Hoffnung, dass das vielleicht ein ganz besonderer Fund ist", sagt er. Bei näherem Hinsehen seien dann auf dem Waldboden immer mehr Schnipsel und Fragmente aufgetaucht, die scheinbar auf die KPD vor 1933 hinweisen. 

Die Bergsteiger informierten das Landesamt für Archäologie. Gemeinsam mit dortigen Mitarbeitern wurde das restliche noch verwertbare Material geborgen. "Das Meiste datierte auf Ende der 20er bis Sommer 1932. Unter den Unterlagen befinden sich auch interne Anweisungen an die lokalen KPD-Strukturen zur Vorbereitung auf die drohende NS-Diktatur", sagt Potyka. (SZ)

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