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Gehirnjogging in Lömischau

Zum 35. Mal startet in der Gaststätte des kleinen Guttauer Ortsteils ein Skatturnier. Ulrich Krampitz war dort schon oft.

© Uwe Soeder

Von Kerstin Fiedler

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Lömischau. Wenn Ulrich Krampitz an seine Kindheit zurückdenkt, dann gern auch an die Abende, wenn der Opa mit dem Vater und dem Onkel Skat gespielt haben. „Dann habe ich immer so lange gekiebitzt, wie ich aufbleiben durfte“, sagt Krampitz. Die Freude am Skatspielen ist ihm geblieben. Bis heut, wo er gern auch Turniere besucht. So zum Beispiel am Sonnabend das 35. in der Gaststätte „Zur guten Laune“ in Lömischau.

Alle anderen Spiele, zum Beispiel auch an Automaten, interessieren den Großdöbschützer nicht. „Ich finde, Skat ist das beste Gehirnjogging“, sagt er und ist mit Mitte 60 noch einer der Jüngeren bei den Turnieren. „Leider kommt da kein junger Spieler nach“, sagt Ulrich Krampitz. Er hat auch schon überlegt, warum das so ist. Und glaubt, dass es an den Spielern liegt, die das Spiel zu verbissen sehen. „Wenn man als junger Mensch wegen seiner Fehler dann nur gerügt wird, hätte ich auch keine Lust mehr“, sagt Krampitz. Der gelernte Zerspanungsfacharbeiter hat bis 1994 bei Fortschritt in Singwitz gearbeitet. Danach hat er umgeschult zum Fliesenleger. Seit 20 Jahren ist er mit dem Job nun selbstständig. „Ich habe es nicht bereut, auch wenn ich nicht nur schöne Erlebnisse mit Kunden hatte“, sagt Krampitz. Werbung brauchte er nie zu machen. „Mundpropaganda ist sowieso das Beste“, findet er. Da er demnächst 65 wird, überlegt er genau, wie viele Aufträge er noch annimmt. Er ist Realist: „Das letzte Hemd hat keine Taschen. Und ich will doch mein Leben noch genießen“, so Ulrich Krampitz.

Freude am Spiel

Auf das Skatturnier in Lömischau freut er sich. Dort war er nämlich schon zu DDR-Zeiten. „Aber damals wurden alle Räume gebraucht, so viele Teilnehmer kamen dorthin“, sagt er. Heute reicht einer der Gasträume, in dem auch Feiern stattfinden. Schließlich könne man, wenn man will, fast täglich an einem Turnier teilnehmen. Dass man dabei nicht reich werden kann, stört Ulrich Krampitz nicht. Gern erinnert er sich aber trotzdem daran, dass er zu DDR-Zeiten zweimal 1 000 Mark gewonnen hat. Heute gehen die Spieler eher mit plus/minus Null nach Hause, glaubt Ulrich Krampitz. Denn selbst, wenn man mal etwas gewonnen hat, muss man den eigenen Einsatz und die Rechnung aus der Gaststätte noch gegenrechnen. „Aber das ist für mich nebensächlich. Ich mache es aus Freude am Spiel“, sagt Krampitz. Genauso wie er es gehalten hat, wenn er mit seiner damaligen Frau in den Skat-Urlaub fuhr. „Wir hatten uns beim Skat kennengelernt und das Hobby auch gern im Urlaub gepflegt“, sagt Krampitz. Bis vor drei Jahren hat er auch im Skatverein Hoyerswerda gespielt. Doch das wurde ihm zu viel. Denn er hat noch ein zweites Hobby. Ulrich Krampitz ist Angler. Seit 1984 ist er im Anglerverband, fährt aber immer nur an die Talsperre. „Wenn ich nach der Arbeit gegen 22 Uhr die Wathosen anziehe und bis um 2 Uhr im Wasser stehe, kann ich abschalten“, sagt er. Dabei ist er kein „Kochtopf-angler“. Er müsse nicht unbedingt einen Fisch fangen, und wenn, dann verschenkt er den auch gern. „Ich bin manches Mal früh zum Kunden gefahren und habe einen Fisch mitgebracht“, lächelt der eher ruhig wirkende Großdöbschützer. 2016 hat er ein gutes Jahr gehabt. „Da habe ich 45 Zander aus der Talsperre geholt, die meisten aber verschenkt“, so Krampitz.

Skatturnier „Gute Laune“ Lömischau, 24.2. ab 14 Uhr