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Was machen die Narren auf der Bobbahn?

Die legendäre Sportanlage im Kohlgrund hatte dieser Tage einen Prinzen samt Gefolge zu Gast. Wie es dazu kam.

Von Maik Brückner
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Geisings Prinzenpaar Prinz René I. und Prinzessin Nicole II. und Faschingspräsident Thomas Langner  besuchten mit Gefolge WiA-Chef Jens Morgenstern.
Geisings Prinzenpaar Prinz René I. und Prinzessin Nicole II. und Faschingspräsident Thomas Langner besuchten mit Gefolge WiA-Chef Jens Morgenstern. © Egbert Kamprath

Ungewöhnlichen Besuch hatte Jens Morgenstern, der Chef der Wintersport in Altenberg GmbH (WiA), dieser Tage an seiner Bahn. Vor ihm standen nicht Bobfahrer aus fernen Ländern, sondern Faschingsprinz René I. mit seinem närrischen Gefolge aus dem benachbarten Geising. Die Narren hatten auch einen Schlitten mitgebracht, der aber selbst Laien als nicht bahntauglich erschien. Zum Einsatz kam der Schlitten nicht. 

Grund für den närrischen Besuch ist eine Allianz, die die WiA mit den Narren des Geisinger Ski- und Eisfasching im Herbst eingegangen ist. Die war notwendig geworden, weil in den nächsten Wochen zwei Großveranstaltungen im Altenberger Stadtgebiet anstehen. Denn die Bergstadt ist Austragungsort der nächsten Bob- und Skeleton-Weltmeisterschaft, die  vom 17. Februar bis 1. März an der Rennschlitten- und Bobbahn stattfinden wird. Dort werden insgesamt sechs WM-Titel vergeben: Zweierbob Frauen, Zweierbob Männer, Skeleton Männer, Skeleton Frauen, Viererbob und Skeleton-Team.

Wegen dieser Sportgroßveranstaltung haben die Geisinger Narren ihren traditionellen Umzug verlegt. Eigentlich würde dieser am Sonntag vor dem Rosenmontag stattfinden, der in diesem Jahr auf den 23. Februar fällt, also mitten in die Weltmeisterschaft. Bahnchef Jens Morgenstern ging auf die Narren zu und einigte sich mit ihnen, den närrischen Zug eine Woche eher, also am 16. Februar, durchs Städtchen zu schicken.

Das Entgegenkommen hatte gute Gründe: Das liegt weniger daran, dass man Angst habe, sich gegenseitig die Besucher wegzunehmen, versichert Geisings Faschingspräsident Thomas Langner. Der Kreis derer, die sich sowohl für das närrische Treiben der Geisinger als auch für die Topsportler auf der Bobbahn interessieren, dürfte nicht sehr groß sein, glaubt der Geisinger. Es sei viel mehr die Logistik, die hinter solchen Veranstaltungen steckt, und die die Narren dazu brachte, den Sportler entgegenzukommen. Denn die Organisation von solchen Großveranstaltungen ist nicht ohne. Das geht bei der Polizei, der Feuerwehr und der Bergrettung los, die diese Events absichern müssen und endet beim Regionalverkehr Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, der dazu Shuttleverkehr einrichtet, um Besucher von Altenberg zur Bobbahn beziehungsweise nach Geising zu bringen.

"Es wäre auch schwierig geworden, die Innenstadt von Geising für den Umzug abzusperren", so der Faschingspräsident. Dass der diesjährige Termin für den Faschingsumzug nun mitten in den sächsischen Winterferien liegt, könne sich auszahlen. "Vielleicht haben wir damit mehr Besucher", sagt Thomas Langner.

Faschingsumzug in Geising, 16. Februar, Beginn: 14 Uhr

Bob- und Skeleton-Weltmeisterschaft, die vom 17. Februar bis 1. März an der Rennschlitten- und Bobbahn

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