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Dresden

Geister gegen Lärm und Müll

Das Stadtbezirksamt Neustadt stellt den Anwohnern eine neue Kampagne vor. Die reagieren gemischt.

Geister für die Neustadt: Sie sollen Partygängern Probleme aufzeigen. Foto:
Geister für die Neustadt: Sie sollen Partygängern Probleme aufzeigen. Foto: © Die Superpixel

Straßen werden nachts durch Lautsprecher beschallt, Partygänger pinkeln in Hauseingänge, Müll und Scherben bleiben nach durchzechten Nächten auf den Gehwegen zurück: Viele Anwohner der Neustadt sind genervt. Ihre Lebensqualität leidet unter den negativen Folgen des Partytourismus. Im Stadtbezirksamt laufen die immer gleichen Beschwerden auf: Lärm, Müll, Wildpinkeln. Jetzt soll dem Ärger eine Kampagne entgegenwirken.

Um Partygänger in der Neustadt zu sensibilisieren, hat das Stadtbezirksamt die Leipziger Agentur Die Superpixel beauftragt, ohne erhobenen Zeigefinger Probleme zu thematisieren. Am Mittwoch wurde das Projekt Anwohnern vorgestellt, nur eine Handvoll war gekommen, die Reaktionen fielen gemischt aus.

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Vier illustrierte Geister symbolisieren die Probleme: Alkohol, Müll, Gestank und Lärm. Mit augenzwinkernden Botschaften werden sie ab Juni in der Stadt auftauchen. Nicht nur Flyer soll es geben, sondern auch animierte Filmclips, die im Fahrgast-Fernsehen der Dresdner Verkehrsbetriebe oder als Kinowerbung laufen sollen.

Eine gute Idee nennt ein Anwohner am Dammweg die Kampagne. Ihn und seine Frau ärgern vor allem Müll und Graffiti. Alle müssten mitwirken, um etwas zu verändern, meint er. Anders sieht das eine Mieterin der Rothenburger Straße. Sie findet, die Kampagne sei eine „niedliche Idee“, aber auch „Kindergarten, der nichts ändert.“ Der Lärm gehe ihr mittlerweile an die Existenz. Sie könne nicht schlafen, sei am nächsten Tag im Job kaum leistungsfähig.

Stadtbezirksamtsleiter Andre Barth reagiert auf die Kritik: „Es ist klar, dass diese Kampagne nicht alle Probleme lösen wird. Sie ist ein Baustein vieler Aktionen.“ Man könne nicht nur alles verbieten, schließlich solle die Neustadt als bunter Stadtteil erhalten bleiben. Angebot, Prävention und Repression müssten Hand in Hand gehen.

Am 21. Juni soll die Kampagne starten, Anwohner können sich einbringen: Sie sollen Augenzeugenberichte liefern, die die Auswirkungen der Partys dokumentieren. Geplant ist, sie auf der Website der Aktion „Du bist doch nicht von allen guten Geistern verlassen“ zu sammeln. Rund 17.000 Euro wurden in die Kampagne investiert.