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Gelber Riese zaudert

Im Spätsommer dieses Jahres läuft die alte Portoregelung aus. Die Chancen der Post, ihre Preise zu lassen, stehen eher schlecht.Wahrscheinlich erstmals in in ihrer Geschichte wird die Post das Porto von 1,10 Mark für einen Normalbrief senken müssen.

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Im Spätsommer dieses Jahres läuft die alte Portoregelung aus. Die Chancen der Post, ihre Preise zu lassen, stehen eher schlecht.
Wahrscheinlich erstmals in in ihrer Geschichte wird die Post das Porto von 1,10 Mark für einen Normalbrief senken müssen. Denn die Genehmigung der Regulierungsbehörde für Post und Telekommunikation läuft am 1. September aus. Die Europäische Kommission geht dem Verdacht nach, dass die Post Verluste aus dem Paketgeschäft mit Gewinnen aus ihrem Monopol bei der Briefbeförderung ausgleicht. Doch auch in einem anderen Bereich gibt es Argwohn.
Die Post bereitet sich auf ihren Börsengang mit einer Fitnesskur vor. Sie schließt Filialen, automatisiert Abläufe und baut Personal ab. Zugleich kauft sie zahlreiche Logistikunternehmen, um sich eine gute Startposition zu verschaffen. Kritiker vermuten, dass die Post die Käufe mit jenem Geld finanziert, das sie mit der Rationalisierung spart. Normalerweise muss sie es für Preissenkungen verwenden. Diesen Vorwurf weist die Post zurück. Die Einsparungen würden von den Löhnen aufgefressen, heißt es.
Die Post hält das Briefporto wegen der Beförderungsqualität für angemessen. Es bewegt sich jedoch auf dem höchsten Niveau der westlichen Industrieländer. Ein Normalbrief im zweitteuersten Land Schweden kostet 92 Pfennig, in Spanien nur 44 Pfennig. Die Post-Konkurrenten fordern eine Senkung auf 70 Pfennig. Auch der Postverband findet die Preise unhaltbar: "Die Deutsche Post AG hätte als Europas größte Postverwaltung alle Voraussetzungen, auch ihre billigste zu sein", sagt Verbands-Chef Wilhelm Hübner. Er plädiert für einen Preis von 80 Pfennig. Und der Vorsitzende des Beirats der Regulierungsbehörde und postpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Elmar Müller: "Es ist möglich, dass der Preis gleich bleibt. Aber angesichts von Technisierung und Personalabbau bei der Post kann ich mir das nicht vorstellen." (AP/SZ)

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