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Geld fließt in Weißwassers Turnerheim 

Die Sportstätte soll einen Sozialtrakt und ein Blockheizkraftwerk erhalten. Noch laufen die Vorplanungen.

Die Sportstätte Turnerheim in Weißwasser wird wöchentlich von rund 1 000 Sportlern genutzt.
Die Sportstätte Turnerheim in Weißwasser wird wöchentlich von rund 1 000 Sportlern genutzt. © Foto: Sabine Larbig

Von Sabine Larbig

Weißwasser. Fast täglich, egal zu welcher Jahreszeit, sind die Parkplätze am und gegenüber dem Turnerheim voll belegt. Denn auf dem Areal mit Laufbahn, Bogenschützenanlage, Radparcours, Fußballplätzen und Turnhalle trainieren stetig Mannschaften und Sektionen von Vereinen wie Grün-Weiß Weißwasser, dem VfB Weißwasser und dem KSV 90 Weißwasser – aber auch Hobby- und Behindertensportler. An den Wochenenden finden zudem regelmäßig Wettkämpfe und Punktspiele auf dem Areal statt.

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„Durchschnittlich nutzen rund 1 000 Sportler aller Altersgruppen wöchentlich die Räume und Anlagen am Turnerheim“, so Arnd Panoscha, langjähriger Vorstandsvorsitzender von Grün-Weißwasser Weißwasser. Der Verein mit seinen rund 15 Sektionen und Sportgruppen, darunter sind das Ringer-Leistungszentrum, Radsportler, allgemeine Sportgruppen, Kanuten, Schwimmer und Bogenschützen, ist einer der großen Nutzer des Vereinsgeländes. Ob Turnhalle oder Außengelände, Sanitäreinrichtungen, Vereins- oder Büroräume – der Verein findet hier alles, was für’s Vereinsleben gebraucht wird und kann alle Einrichtungen nutzen. Genutzt wird die Sportstätte ebenfalls von den 16 Fußballteams des Turnerheim-Betreibers VfB Weißwasser sowie von den Fechtern des KSV 90 und vielen Hobbysportlern. Nicht zu vergessen: das Gelände ist auch Heimstatt der an den VfB Weißwasser angegliederten „Welpenliga“, einer Fußball-Serie für Kita-Kinder.

Die Folge der guten Kapazitätsauslastung: die Stadt Weißwasser investierte regelmäßig in das Areal, unter anderem in Kunstrasenplätze. Nun reichen die Sanitäreinrichtungen im Keller des Hauptgebäudes nicht mehr für alle Sportler aus. An Duschen, WCs und Umkleideräumen stehen Frauen, Männer und Kinder in Schlangen an. Hinzu kommt, dass die vorhandenen Sanitäreinrichtungen arg sanierungsbedürftig sind. Einen Ausweg aus der soeben beschriebenen Misere soll der Bau eines Sanitärtraktes auf der Freifläche neben dem Hauptgebäude bringen. Auch die Errichtung eines eigenen Blockheizkraftwerkes (BHKW) ist geplant.

Weil die Vorhaben aber über die jährlich fließenden 60 000 Euro Zuschuss der Stadt nicht durch den Betreiber möglich sind, plant die Stadt erneute Investitionen in das Sportgelände. Gelder für Sanitärtrakt und BHKW sind daher im Haushalt 2019/20 eingeplant und sogar schon mehrheitlich vom Stadtrat beschlossen worden.

Die mit 45 000 Euro in 2019 und 4000 000 Euro im Jahr 2020 veranschlagten Vorhaben stießen jedoch bei einigen Stadträten auf Widerstand. Auch mancher Einwohner ist dagegen, wie Einwände zum Haushalt und speziell zum Turnerheim-Projekt zeigten. Begründet wurden die Einwände unter anderem damit, dass der Neubau eines Sozialtraktes keine Pflichtaufgabe der Stadt sei und die Sportstätte nicht der Allgemeinheit diene. „Die Ausgaben sind nicht gerechtfertigt. Wie soll man den Bürgern erklären, dass trotz Finanznot und Steuererhöhung in freiwillige Aufgaben wie das Turnerheim investiert wird, statt das Geld beispielsweise in den Brandschutz im Rathaus zu investieren?“, begründete etwa Olaf Schober seinen Einwand gegen die Turnerheim-Investitionspläne.

Dies sehen Stadtväter und Verantwortliche der im Areal tätigen Vereine anders. Laut Bauamtsleiter Thomas sei es keine freiwillige Aufgabe, den Betreibern von Sportstätten die nötigen Grundlagen zur Verfügung zu stellen. Als notwendigen Schritt sieht ebenfalls Arnd Panoscha die geplanten Investitionen. „Aus meiner Sicht ist es wichtig, dass insbesondere bei den Sanitäreinrichtungen etwas gemacht wird, da sie bei weitem nicht mehr ausreichen – egal, wie man zum Objekt und den Vorhaben steht“, appelliert Panoscha. Ähnlich sieht es Hans-Jürgen Beil, 1. Vorsitzender des VfB: „Der Sport eint in Weißwasser sehr viele Menschen. Nachdem durch das Sportstättenkonzept bereits einige große Sportplätze in Weißwasser geschlossen wurden, ist es für eine Sportstadt richtig und wichtig, in die verbliebenen Plätze zu investieren. Insbesondere, wenn sie sehr gut genutzt und ausgelastet sind.“

Die Kapazitäten des Turnerheims sind sehr gut ausgelastet. Doch sanitäre Einrichtungen und Heizungsanlage halten nicht mehr Schritt. Außerdem soll mit den geplanten Vorhaben und Investitionen auch ein Beitrag zur wirtschaftlicheren Betreibung der Einrichtung geleistet werden. „Das Blockheizkraftwerk soll die 26 Jahre alte Gaskesselanlage ersetzen. Wenn sie mal kaputt geht, kann sie nicht mehr repariert werden. Außerdem bringt eine neue Anlage positive Effekte bei den Energiekosten. Der neue Sanitärtrakt samt BHKW ist somit aus energetischer Sicht sinnvoll“, erläuterte Bauamtsleiter Thomas Böse in der Diskussion vor dem Haushaltsbeschluss bereits in der letzten Sitzung des alten Rates.

Zudem seien die Sanitäranlagen im Keller wegen der Deckenhöhe und aus anderen Gründen nicht modernisierbar.

Finanziert werden sollen die Investitionen, laut Böse, durch die von der Stadtverwaltung beantragte Bedarfszuweisung des Freistaates. In den Geldern seien 312 000 Euro Rückerstattungen von Zinszahlungen, die Weißwasser innerhalb der Gewerbesteuerrückzahlungen an Vattenfall aufbringen musste, enthalten. Diese sowie Fördermittel aus der Sportstättenförderung, sollen in das Projekt einfließen.

Planungen sollen 2020 starten

„Mit Fördermitteln und Bedarfszuweisung kann das Vorhaben eine Null-Nummer werden“, blickt Böse optimistisch voraus. Klappt es, würden für Weißwasser keine weiteren Kosten entstehen. Allerdings ist momentan noch unklar, ob und in welcher Höhe der Freistaat eine Bedarfszuweisung an Weißwasser ausreicht.

Indes wollte Stadtrat Ronald Krause (SPD) trotzdem wissen, welche Folgekosten aus einem Anbau möglicherweise für die Stadt und den Betreiber der Sportstätte zu erwarten seien. Laut Thomas Böse seien dazu derzeit keine Aussagen möglich: „Es gibt noch keine berechneten Kosten, weil es auch noch keine Planung gibt.“

Die Planungen für das Sanierungsvorhaben sollen im kommenden Jahr beginnen. Start für das eigentliche Bauprojekt könnte dann im Jahr 2021 sein.

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