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Geld für den Umzug

Christine Helfensritter zog mit ihren Kindern in eine neue Wohnung. Die Stiftung Lichtblick übernahmeinen Teil der Kosten.

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Von Harald Daßler

Tobias und Christoph können sich wie Weihnachtsengel fühlen in diesen Tagen. In ihrer Wohnung treffen die drei und vier Jahre alten Brüder überall auf weihnachtlichen Schmuck, Tannenzweige, Adventskerzen und niedliche Holzfiguren. „Das macht immer meine große Tochter“, sagt Christine Helfensritter. Natürlich durften die beiden Kleinen helfen.

Hier in der neuen Wohnung ist für die 47-Jährige, die allein mit den beiden Jungen lebt, ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung gegangen. Im vorigen Jahr konnte sie endlich eine Drei-Raum-Wohnung beziehen – und die Zwei-Raum-Wohnung, in der auch noch ihr großer Sohn und die Pflegetochter lebten, verlassen. „Mir war es wichtig, im Triebischtal zu bleiben, damit ich in der Nähe meiner Mutter bin“, erklärt Christine Helfensritter, warum sie nicht jedes Wohnungsangebot annehmen konnte.

Bloß keinen Streit

Als der Umzug erledigt war, erhielt sie eine gepfefferte Rechnung. Auf mehrere hundert Euro summierten sich Reparaturarbeiten in der alten Wohnung. Sie hielt die Forderung für unberechtigt, auf einen Streit wollte sie es aber nicht ankommen lassen. Aber für die gelernte Krankenschwester, die auch als umgeschulte Arzthelferin wegen ihrer Kinder seit 1995 keine feste Arbeit hat, war das nicht sofort zu stemmen. In Raten und mit Hilfe der Stiftung Lichtblick konnten die fälligen Beträge bezahlt werden. Es ist ihre Sache nicht, andere um Hilfe zu bitten. Es war Tafel-Projektleiterin Gerda Tempel, die sich für Christine Helfensritter eingesetzt hatte. Dort gehört die Frau zu denjenigen, auf die man sich verlassen kann. Seit September hilft Christine Helfensritter wieder an zwei Tagen in der Woche bei der Meißner Tafel. Ausschließlich ehrenamtlich, das heißt ohne jegliche Bezahlung. „Irgendwie muss es immer weitergehen“, lautet ihre Lebensmaxime. Auch bei den Überraschungen im Alltag, die oft auch mit der Frage verbunden sind, wie das alles bezahlt werden soll. Dieser Tage erst wurde ihr angekündigt, dass der alte Skoda im nächsten Jahr wohl nicht mehr durch den TÜV kommt. Das verlangt genaue Planungen, damit die notwendigen Reparaturen im nächsten Jahr möglich werden.

Allein mit vier Kindern musste Christine Helfensritter schon immer sehr genau rechnen. Sie muss auf Sonderangebote achten. Für ihre beiden kleinen Lieblinge hat sie schon einige Spielzeuge für den Gabentisch gekauft. Dass ihr Großer jetzt in Dresden eine Arbeit als Funktionsdiagnostiker im Krankenhaus gefunden hat, freut sie und macht sie stolz. Eigentlich ist Christine Helfensritter nicht recht, dass die Zeitung über sie schreibt. Sie hat sich selbst bei der SZ gemeldet. „Weil ich mich von ganzem Herzen bei der Stiftung Lichtblick bedanken will“, sagt sie. Und sie schaut nach ihren beiden kleinen Lieblingen, die nach einem anstrengenden Tag in ihren Bettchen liegen. Sie können sich auf Weihnachten freuen.