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Ein trügerischer Geldsegen 

Mehr als sechs Millionen Euro gibt der Freistaat für die Volkshochschulen aus. Immer noch nicht genug, sagt deren Geschäftsführer René Gubsch.

René Gubsch ist Geschäftsführer der Volkshochschule im Kreis Meißen. Damit die ihrer gesellschaftlichen Verantwortung auch im ländlichen Raum nachkommen kann, müsse man teils neue Wege beschreiten, sagt er.
René Gubsch ist Geschäftsführer der Volkshochschule im Kreis Meißen. Damit die ihrer gesellschaftlichen Verantwortung auch im ländlichen Raum nachkommen kann, müsse man teils neue Wege beschreiten, sagt er. © Sebastian Schultz

Meißen. Was auf dem Papier zunächst nach einer großen Summe klingt, reicht am Ende noch lange nicht für jene großen Sprünge, die so manche Volkshochschule (VHS) gern machen würde.

Der Freistaat Sachsen unterstützte die Arbeit der sechzehn Bildungsstätten im vergangenen Jahr mit mehr als sechs Millionen Euro. Davon flossen rund 360.000 Euro an die VHS Meißen. Mehr als doppelt so viel wie noch vor drei Jahren. Und trotzdem muss auch im Elbland weiterhin jede Ausgabe genau unter die Lupe genommen werden.

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„Wir sind natürlich sehr dankbar, dass das Land jetzt diesen Weg wählt und die Unterstützung erhöht“, sagt René Gubsch, Geschäftsführer der VHS Landkreis Meißen. „Aber man muss auch beachten, woher wir kommen. Im Vergleich zu anderen Bundesländern hinken wir bei der finanziellen Ausstattung weit hinterher.“ Insbesondere die Mitarbeiter und Dozenten der sächsischen Volkshochschulen hätten in den vergangenen Jahren unter prekären Anstellungsverhältnissen gelitten. „Irgendwann geht das einfach nicht mehr“, sagt René Gubsch.

© SZ Grafik

In den Augen des Geschäftsführers der Volkshochschule im Kreis Meißen ist die steigende finanzielle Unterstützung dringend nötig, um die propagierten politischen Ziele einhalten zu können. „Die Stärkung des ländlichen Raumes ist ein immer größeres Thema“, meint Gubsch. Und genau dort könne die Volkshochschule ansetzen. „Unser Bestreben ist es, bezahlbaren Unterricht in der Fläche des gesamten Landkreises anzubieten.“

Neue Angebote fernab der Zentren

Um dieses Ziel zu erreichen, müsse man aber auch in kleineren Kommunen aktiv werden, wo die Teilnehmerzahlen naturgemäß nicht so hoch seien. Auch deshalb habe die VHS Meißen im vergangenen Jahr beispielsweise ihr Angebot in Gröditz ausgebaut. „Die Volkshochschule versteht sich doch auch als Instrument der Daseinsfürsorge. Wir haben eine gesellschaftliche Verantwortung“, meint René Gubsch.

Damit die Volkshochschulen diese auch in Zukunft wahrnehmen können, hat der Freistaat im aktuellen Doppelhaushalt eine weitere Erhöhung der finanziellen Unterstützung für die sogenannten anerkannten Bildungsträger vorgesehen. Laut einer Sprecherin des Kultusministeriums liegen die Gründe dafür einerseits in den gestiegenen Kosten. 

Andererseits wolle man mit der wachsenden finanziellen Unterstützung auch aktuellen Entwicklungen und gesellschaftlichen Erfordernissen Rechnung tragen. „Weiterbildung und lebenslanges Lernen sind für die freie Persönlichkeitsentwicklung jedes Einzelnen wie auch für die Weiterentwicklung der Gesellschaft wesentliche Elemente und fördern auch das demokratische Miteinander“, heißt es aus dem Kultusministerium.

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Und auch René Gubsch ist überzeugt, dass die Volkshochschule mehr zeitgemäße Angebote machen sollte. „Hierzu gehören beispielsweise Kurse in ökologischer und ökonomischer Bildung, bei denen die Teilnehmer kaufmännisches Grundwissen oder landwirtschaftliche Grundlagen lernen“, sagt der Geschäftsführer der VHS Kreis Meißen. Doch auch die politische Bildung spielt eine große Rolle. „Wir bieten hier aber keine Staatsbürgerkunde, sondern beschäftigen uns eher mit der Diskussionskultur.“ Und vielleicht werden irgendwann noch größere Sprünge möglich sein.

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