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Geldsegen für kulturellen Leuchtturm

Bund und Land fördern die Stiftung Fürst-Pückler-Park Bad Muskau weiter und geben Millionen für das Kavaliershaus.

Kulturstaatsministerin Grütters überraschte Ministerpräsident Kretschmer vor dem amtlichen Teil des Treffens mit einem persönlichen Hochzeitsgeschenk.
Kulturstaatsministerin Grütters überraschte Ministerpräsident Kretschmer vor dem amtlichen Teil des Treffens mit einem persönlichen Hochzeitsgeschenk. © Foto: Joachim Rehle

Bad Muskau. Es war wie ein Wiedersehen guter Freunde, die sich Donnerstagnachmittag bei schönstem Wetter im idyllischen Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau trafen. Es wurde geplaudert, sich erinnert – während auf eine durch einen Lkw auf der Landstraße ausgebremste und somit verspätet Anreisende gewartet wurde – und viel gelacht. Eine Fahrradtour durch den Park und gegenseitige Geschenke gab es ebenfalls.

Während man anderswo im Welterbepark Hochzeiten feierte, auf Fotosafari ging, den Park zu Fuß erkundete oder unter den schattenspendenden Bäumen auf der Schlosswiese eine Radlerpause einlegte, fand neben dem Schlossteich das Treffen statt. Fast wäre es unbemerkt geblieben, wäre nicht eine große Entourage dabei gewesen. Denn jene, die sich nach vier Jahren erneut in Bad Muskau trafen, waren keine Geringeren als Kulturstaatsministerin Monika Grütters und Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer. Grund ihrer Zusammenkunft: eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnen, die die institutionelle Förderung der Pückler-Stiftung für die nächsten vier Jahre absichert sowie Investitionen in die Errichtung eines deutsch-polnischen Informations- und Bildungszentrums „Muskauer Faltenbogen“ im Kavaliershaus ermöglicht.

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Bevor diese „großen Geschenke“ übergeben wurden, gab es kleine persönliche. „Es musste sein, dass ich Dir das überreiche. Es ist das Buch ,Lob der Ehe‘ und, wie mir mein Buchhändler sagte, nach der Bibel das meist verkaufte Buch bei ihm“, so die verspätete Ministerin schmunzelnd, die es sich nicht nehmen ließ, nach ihrer Ankunft zuerst dem frisch vermählten Sächsischen Ministerpräsidenten zu gratulieren, den sie seit 20 Jahren kennt. Einen symbolischen Schlüssel zur Ehe überreichte ihm zudem Elzbieta Polak, Marschallin vom Lebeuser Land und somit Kretschmers polnisches Pendant. Von Cord Panning, Geschäftsführer der Pückler-Stiftung, erhielten alle drei einen Korb mit in der Schlossgärtnerei geerntetem Gemüse sowie Muskauer Ananas.

Die Gesten sorgten bei der Entourage für Erheiterung. Staunen erzeugten dagegen die von Bund und Land mitgebrachten großen Gaben für Bad Muskau. Neben der institutionellen Förderung mit jährlich 1,85 Millionen Euro durch Bund und Land – die wird seit den 1990er-Jahren und bis vorerst 2024 weiter gezahlt – kommen noch 34 Millionen Euro dazu. Die sind, basierend auf einem gemeinsamen Finanzierungsabkommen, für die nutzungsabhängige Sanierung des Kavaliershauses samt Erweiterungsbau mit multimedialer Dauerausstellung zur Geschichte der Region und des Muskauer Faltenbogens. 20 Millionen übernimmt der Freistaat, den Rest der Bund.

„Den Park und das wunderbare Schloss des Weltenbummlers Hermann Fürst Pückler-Muskau gemeinsam mit dem Freistaat Sachsen zu erhalten, ist dem Bund Freude und Verpflichtung“, erklärte Staatsministerin Monika Grütters. Mit der erneut unterzeichneten Absichtserklärung unterstütze der Bund das binationale Unesco-Welterbe im ländlichen Raum, wodurch in Bad Muskau auch in Zukunft die deutsch-polnische Zusammenarbeit mit Leben erfüllt werde. Wie Grütters weiter erklärte, entwickle die Stiftung damit Strahlkraft in einer Region im Strukturwandel und sei zugleich Vorbild für europäische Zusammenarbeit.

Als „einzigartiges Kulturdenkmal von internationalem Rang, das Menschen inspiriere und verbinde und für Austausch über Grenzen hinweg stehe“, würdigte Ministerpräsident Kretschmer den Park. „Es freut mich, dass mit dem Informations- und Bildungszentrum ein weiterer herausragender kulturhistorischer Anziehungspunkt in der Lausitz Realität wird.“ Und er verwies auf die Einmaligkeit, dass in Bad Muskau zwei Unesco-Stätten, der Geopark Muskauer Faltenbogen und das binationale Welterbe Muskauer Park, in einem einzigartigen Modellprojekt zusammenarbeiten und die regionale Kooperation zwischen Deutschland und Polen verstärken.

Die beiden Finanzierungsabkommen stellen besonders für Stiftungschef Cord Panning eine Grundlage für Parkunterhaltung und bevorstehende Sanierungsprojekte dar. „Die Unterschriften sind ein sehr wichtiger Schritt für die weitere Entwicklung, da sie zusätzliche und dauerhafte Finanzierungssäulen bedeuten. Die Stiftung ist damit stabil aufgestellt und ihre Existenz garantiert.“ Freudig vernahm Panning zudem, dass Bund und Freistaat für die Zukunft eine 50:50-Finanzierung der Welterbestätte anvisieren. Dass nach Bad Muskau fließende Gelder gut angelegt sind, zeigte Panning seinen prominenten Gästen bei der Radtour, die auch zur alten Brauerei und zum Badepark führte. Diese nächsten großen Sanierungsobjekte sollen, mit Kavaliershaus, perspektivisch eine halbe Million Besucher und mehr im Jahr anziehen.

Damit Bad Muskau dadurch nicht im Verkehrschaos versinkt, soll die Stadt ein Parkhaus erhalten. „Der Antrag auf Bedarfszuweisung sieht gut aus“, raunte Kretschmer am Rande des Treffens Bürgermeister Thomas Krahl zu, der angesichts der Aussage sichtlich erleichtert wirkte. Denn nur, wenn die 2,3 Millionen Minus im Stadthaushalt wegfallen, kann die Kommune die rund 380.000 Euro Eigenanteil fürs Parkhaus aufbringen und es bauen.

Stiftungschef Cord Panning (li., kl. Foto) erklärte beim Rundgang, wofür die Kavaliershaus-Millionen sind.
Stiftungschef Cord Panning (li., kl. Foto) erklärte beim Rundgang, wofür die Kavaliershaus-Millionen sind. © Foto: Joachim Rehle
Michael Kretschmer und Monika Grütters präsentieren erleichtert und zufrieden die gemeinsam unterzeichneten Papiere zur weiteren Welterbe-Förderung.
Michael Kretschmer und Monika Grütters präsentieren erleichtert und zufrieden die gemeinsam unterzeichneten Papiere zur weiteren Welterbe-Förderung. © Foto: Joachim Rehle

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