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Geldsegen für Niederjahna

Der Heimatverein bekommt für sein Parkprojekt 150.000 Euro. Die Freude ist groß, auch wenn es einen kleinen Haken gibt.

Der vordere Teich im Schlosspark Niederjahna. Der Park soll nun mit Fördermitteln nicht nur nach dem Hochwasser saniert, sondern zu einem aktiven Generationenpark umgestaltet werden.
Der vordere Teich im Schlosspark Niederjahna. Der Park soll nun mit Fördermitteln nicht nur nach dem Hochwasser saniert, sondern zu einem aktiven Generationenpark umgestaltet werden. © Andreas Weihs

Käbschütztal. Romy Petrick aus Niederjahna und ihre Mitstreiter vom Heimatverein sind überglücklich. Beim Wettbewerb „Ideen für den ländlichen Raum“ gehören sie zu den Preisträgern. Für ihr Projekt zur Wiederherstellung des Parkes in Niederjahna erhalten sie 150.000 Euro. „Wir sind die mit Abstand kleinste Gemeinde, die eine solche Prämie erhalten hat. 

74 Gemeinden hatten in unserem Modul „Land.Kommune“ Projekte eingereicht, 15 davon haben einen Preis gewonnen“, sagt die 38-Jährige. Die Prämien reichten von 5.000 bis 450.000 Euro. Insgesamt wurden fünf Millionen Euro zur Umsetzung der Ideen in den sächsischen Dörfern und kleinen Städten im ländlichen Raum bereitgestellt. Bei den prämierten Wettbewerbsbeiträgen stehen Impulse für die Kommunikation und Diskussion der Menschen durch die Schaffung von vielfältigen Treffpunkten im Vordergrund. Auch die Wertschätzung von Wissen der älteren Generation in Verbindung mit der Inspiration junger Menschen sei ein vordringliches Anliegen, heißt es aus dem Ministerium. Hinzu kämen Innovationen für ein besseres Angebot an regional erzeugten Lebensmitteln und die Stärkung der Wirksamkeit von Kunst und Kultur im ländlichen Raum.

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„Wir müssen mit dem Geld gut haushalten, müssen uns übelegen, wo wir was einsparen können“, sagt die Musikwissenschaftlerin und Sopranistin. Denn in die Freude mischt sich ein kleiner Wermutstropfen. Ursprünglich hatten die Niederjahnaer 230.000 Euro beantragt. Doch selbst dieses Geld hätte bei weitem nicht gereicht, um den Park vollständig wieder herzustellen. Allein das Entschlammen der beiden Teiche würde 300.000 Euro kosten.

Kern des Projektes ist es, einen barrierefreien und interaktiven Generationenpark mit zehn lebensgroßen Holzskulpturen von Einwohnern Niederjahnas zu schaffen. Die Skulpturen sollen einheimische Künstler schaffen. Um sie zu erhalten, sollen Patenschaften mit ansässigen Firmen abgeschlossen werden, welche die Pflege und Instandhaltung der Skulpturen übernehmen.

Dr. Romy Petrick im Schlosspark Niederjahna. Sie ist die treibende Kraft des Projektes.
Dr. Romy Petrick im Schlosspark Niederjahna. Sie ist die treibende Kraft des Projektes. © Andreas Weihs

Im Park sollen zudem barrierefreie Wege und neue Brücken gebaut werden. Damit soll das Parkgelände wieder erschlossen werden. Mit dem Geld sollen nun erst einmal die vom Hochwasser geschädigten beiden Brücken und die Wege wiederhergestellt werden. Auch das Projekt mit den Holzskulpturen soll und muss Gestalt annehmen, das ist so vorgegeben. „Bau und Figuren müssen parallel gemacht werden, denn wir haben das Geld ja nicht für die Brücken bekommen, sondern eine Idee wurde ausgezeichnet“, so Romy Petrick. Und diese Idee ist, dass der Park Niederjahna saniert und zu einem barrierefreien und interaktiven Generationenpark mit identitätsstiftendem Charakter entwickelt wird. Der im 18. Jahrhundert angelegte Schlosspark mit zwei Teichen und vielen alten Bäumen wie Buchen und Eichen war mal ein Kleinod und soll es wieder werden.

Bestimmte Sachen müssen freilich erst einmal weggelassen werden. Auf die Streichliste könnten die Veranstaltungen rund um die Holzskulpturen kommen. „Dazu müssen wir uns in der Gemeinde und im Heimatverein aber erst einmal zusammensetzen und beraten. Vielleicht gelingt es uns auch, noch auf anderem Wege wie die Leader-Förderung weiteres Geld aufzutreiben“, sagt die Niederjahnaerin.

Auch Käbschütztals Bürgermeister Uwe Klingor (CDU) ist glücklich. „Ein großes Dankeschön gilt Frau Patrick und den Organisatoren vom Heimatverein Niederjahna. Jetzt können die kaputten Brücken im Park wieder hergestellt werden, für deren Sanierung die Gemeinde kein Geld hat“, sagt er. Diese müssten ebenso wie die Wege so gebaut werden, dass sie künftig hochwassersicher sind. Denn der Park sei nach wie vor von Hochwasser gefährdet. Beginnen müssen die Arbeiten in nicht allzu ferner Zukunft. Innerhalb von zwei Jahren muss das Geld ausgegeben werden.