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Geldstrafe für Bombendrohung gegen das Arbeitsamt Bautzen

Aus Frust hatte ein Bautzener der Polizei gemeldet, dass in dem Gebäude ein Sprengsatz liegt. Mit weitreichenden Folgen.

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Von Stefan Schramm

Arbeitslosengeld und Beratungsgespräche: Zunächst sieht alles nach einem normalen Tag in der Bautzener Agentur für Arbeit aus. Aber plötzlich stört der Hausalarm den üblichen Betrieb, Polizeifahrzeuge rasen heran. Der Gebäudekomplex an der Neusalzaer Straße muss evakuiert werden. Der Grund: eine anonyme Bombendrohung.

Der Täter, ein 32-jähriger Bautzener, musste sich dafür vorm Amtsgericht Bautzen verantworten. Er räumte auch sofort ein, die Tat am Vormittag des 2. Mai 2013 begangen zu haben. Von einer Telefonzelle an der Hauptstraße in Kleinwelka aus rief er den Polizeinotruf 110 und sagte: „Im Bautzener Arbeitsamt liegt eine Bombe.“

Die Polizei machte sich sofort zur Arbeitsagentur auf. Nach der Räumung schnüffelte sich ein ausgebildeter Sprengstoffhund durch das Gebäude. Ergebnis: Eine Bombe gab es dort nicht. Für die Polizei begann damit aber eine schwierige Ermittlungsarbeit. Sie verfolgte den Anruf zu der Telefonzelle zurück, ließ einen Fährtenspürhund zum Einsatz kommen. Der lief, wie sich später herausstellte, in Richtung der Wohnung des Täters, bis sich die Spur verlor. Umso stärker würdigte das Gericht das unerwartete Geständnis.

Unter Tränen sagte der 32-Jährige aus, er sei arbeitslos geworden und habe das nächste halbe Jahr kein Geld bekommen, weil er in einer Art Ämterpingpong mehrfach zwischen der Arbeitsagentur und dem Jobcenter hin- und herverwiesen worden sei. Voller Frust habe er schließlich mit der Bombe gedroht. Nur wenig später fand er dann einen neuen Job. Der junge Mann ist mehrfach wegen Betruges vorbestraft. Zuletzt bekam er noch 3 150 Euro Geldstrafe wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis aufgebrummt, die er derzeit noch abstottert. Daraus und aus der Strafe für die Bombendrohung bildete der Richter eine Gesamtstrafe in Höhe von 3 600 Euro.

Die Rechnungen für den Gerichtsprozess, den Polizeieinsatz und den Arbeitsausfall im Amt kommen noch auf den Täter zu.