merken
PLUS

Gemeinde als Vermieter?

Wachau diskutiert über den Verkauf von Wohnungen. Die Meinungen gehen weit auseinander.

© Thorsten Eckert

Von Thomas Drendel

Wachau. Das Haus Teichstraße 13 in Wachau ist in die Jahre gekommen. Neuer Putz und neue Farbe sind fällig. Das besondere des Gebäudes: Es befindet sich im Eigentum der Gemeinde. Sie vermietet die Wohnungen zu moderaten Preisen. Jetzt sind Einnahmen und Ausgaben offenbar in eine Schieflage geraten. Mieten decken nicht mehr die Aufwendungen.

Anzeige
Fit und ohne Erkältung durch den Winter
Fit und ohne Erkältung durch den Winter

Nicht nur ein gesunder Lebensstil, auch ein Griff in die Phytothek kann dabei helfen, den Körper zu stärken. Professionelle Beratung gibt es in den StadtApotheken.

Die Gemeinde steht jetzt vor der Frage: Sanieren und viel Geld ausgeben oder verkaufen. Das bringt zwar kurzfristig eine Einnahme, aber langfristig müsste die Gemeinde auf die Mieten verzichten. Unter den Gemeinderäten gehen die Meinungen dazu weit auseinander. Volkmar Lehmann von der Offenen Bürgerliste (OBL) ist gegen einen Verkauf. „Es ist das letzte Haus in Wachau, das der Gemeinde gehört. Wir sollten es für die Gemeinde erhalten“, sagte er. Auch Gemeinderat Steffen Jakob von der OBL spricht sich gegen den Verkauf aus. „Für Notfälle, die immer wieder auftreten können, sollten wir das Gebäude im Besitz der Gemeinde behalten.

Robert Zukowski, CDU-Gemeinderat, hingegen spricht sich für den Verkauf aus. „Die Mieteinnahmen sind gering, das Gebäude ist an vielen Stellen marode. Ständig fallen Reparaturen an, die der Gemeinde immer wieder Kosten verursachen. Wir sollten uns von dem Haus trennen, das wäre effektiver.“ Der Sanierungsbedarf in den Wohnungen ist offenbar sehr hoch. Die Räume werden mit Kohleöfen beheizt und auch die elektrische Anlage müsste erneuert werden. Für Steffen Jakob sind die Kohleöfen kein Argument für einen Verkauf. „Ofenheizungen sind bei vielen begehrt. Das höre ich immer wieder.“

Zukunft der Immobilie unklar

Laut Volkmar Lehmann sind Mietwohnungen in der Gemeinde schwer zu bekommen. „Wird das Haus verkauft, gibt es keine Garantie, dass das Mietwohnungen bleiben.“ Nach Einschätzung von CDU-Gemeinderat Andreas Schneider müsste die Teichstraße 13 komplett saniert werden. „Der Vorschlag, das Haus Stück für Stück zu erledigen und die Mieter dabei im Haus wohnen zu lassen, ist aus meiner Sicht unrealistisch.“ Schon wenn die Elektroanlage angepackt wird, müsse das komplett geschehen. „Es funktioniert nicht, erst in der einen, dann in der anderen Wohnung die Leitungen zu erneuern.“

Laut Gert Tauchmann (OBL) ist das Haus derzeit schlecht vermietet. „Wenn mehr Mieter drin wohnen würden, dann würden sich auch die Mieteinnahmen verbessern. Ich bin dafür, dass die Immobilie weiter im Besitz der Gemeinde bleibt.“ Wie mit dem Gebäude weiter verfahren wird, ist noch offen. Den Gemeinderäten soll jetzt zunächst eine genaue Aufstellung der Kosten und Einnahmen vorgelegt werden. Dann wird auf einer der nächsten Sitzungen des Gemeinderates über die Zukunft der Immobilie entschieden.

Die Gemeinde Wachau verfügt nur noch über wenige Wohnungen. Eine befindet sich beispielsweise im Volksheim in Lomnitz. In den vergangenen Jahren steckte die Gemeinde erhebliche Summen in die Sanierung: ein neuer Heizkessel wurde installiert, ein neuer Schornstein errichtet. Auch hier übersteigen die Ausgaben die Einnahmen bei Weitem.

Die Wohnblöcke an der Fasaneriestraße in Wachau hatte die Gemeinde schon in den 90er-Jahren verkauft.